Das Törpiner Forum wünscht allen Besuchern dieser Webseite ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein erfolgreiches neues Jahr 2012.
Frühlingsfest überstanden
31 Mai 2011 von Sebastian John 1 Kommentar »
Das nun schon 6. Frühlingsfest liegt hinter uns. Der größte Feind des Festes, das Wetter hat auch soweit mitgespielt. Sicher hätte es etwas wärmer sein können, aber es war trocken, zumindest bis zum Abschlussfeuerwerk. Was kann man mehr verlangen. Geschätzte 200 Besucher haben den Weg zum Törpiner See auf sich genommen, eine Besucherzahl, die uns sehr freut und uns natürlich anspornt, auch im nächsten Jahr wieder ein Frühlingsfest zu veranstalten. Zu einem Höhepunkt zählte ohne Frage der Auftritt der Hundefreunde Altenhagen, die wir in diesem Jahr eingeladen hatten.
An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal bei allen Helfern sowie den am Fest beteiligten Vereinen für die Unterstützung beim Auf- und Abbau sowie bei der Durchführung des Festes. Fotos gibt es auch ein paar wenige in der Galerie.
Frühlingsfest 2011 – Programm
5 Mai 2011 von Sebastian John Keine Kommentare »In gut drei Wochen ist schon das Frühlingsfest, höchste Zeit hier ein paar Infos zum Programm zu verraten. Wir beginnen um 15 Uhr, wie in jedem Jahr wieder am Törpiner See. Nach Klängen der Posaunenbläser, Kaffee und Kuchen und dem Auftritt der Kindertanzgruppe haben wir in diesem Jahr die Hundefreunde Altenhagen zu Besuch, die uns ihre Aktivitäten vorstellen wollen. Auch die Modellbauer sind wieder vertreten. Ab ca. 17 Uhr spielen die Peenetaler durch den Abend. Es kann also, soweit das Wetter mitspielt, durch den Abend getanzt werden, bis gegen 22:45 unser Fest durch ein Feuerwerk über den Törpiner See sich dem Ende neigt.
Für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt, für unsere kleinen wird es wieder Heliumballons geben, die sie in den Himmel steigen lassen können. Jetzt bleibt nur noch auf gutes Wetter zu hoffen. Wir sehen uns also am 28. Mai ab 15 Uhr.
Diplomarbeit berichtet über Bürgerbus
2 Mai 2011 von Sebastian John Keine Kommentare »Anja Neubauer studiert Stadt- und Regionalplanung an der Technischen Universität Berlin. Ihre Diplomarbeit, an der sie in den nächsten Monaten arbeiten wird, hat das Thema „Wandel und Erhalt der Alltagsmobilität älterer Menschen im peripher-ländlichen Raum“ – ein Thema, das auch das Törpiner Forum beschäftigt. Umso mehr freuen wir uns, dass es in der Arbeit konkret um den Ort Sarow geht, an dem sie ihre Untersuchungen vornimmt. Wir möchten ihr Gelegenheit geben, ihre Arbeit hier vorzustellen.
„Im Studium der Stadt- und Regionalplanung geht es darum, den (Lebens)Raum für alle Menschen attraktiv und lebenswert zu gestalten und ihn an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Wichtige aktuelle Veränderungen sind z.B. der demographische Wandel, politische Umbrüche, der Klimawandel und die wachsenden Haushaltslöcher der öffentlichen Hand. Den ländlichen Raum im Rahmen meiner Diplomarbeit in den Blick zu nehmen, ist mir dabei als Enkelin und Nichte Sarower Dorfbewohner ein besonderes und sehr persönliches Anliegen.
Insbesondere möchte ich untersuchen, was Mobilität für Dorfbewohner bedeutet, wie sich die Alltagsmobilität älterer Menschen im ländlichen Raum im Laufe der Jahre gewandelt hat und welche Problemlagen aus diesem Wandel erwachsen sind. Es geht u.a. um Führerscheinlosigkeit und die Angewiesenheit auf andere Menschen, um schlechte Fuß- und Radwege sowie fehlende Busverbindungen am Wochenende. Um diese Probleme genauer benennen zu können, habe ich sechs Sarower Dorfbewohnerinnen und -bewohner im Alter über 65 Jahre hinsichtlich ihrer Alltagsmobilität interviewt. Diese Interviews sollen in Kurzfassung im Herbst in Sarow in einer sogenannten Bürgerausstellung auf Plakaten präsentiert werden, um einen weiteren Austausch mit anderen Einwohnern zu ermöglichen und gemeinsam über Lösungsansätze, z.B. den Bürgerbus des Törpiner Forums und die Landesinitiative „Neue Dorfmitte M-V“, aber ebenso Fallbeispiele aus anderen Bundesländern zu diskutieren. Es werden auch Experten auf den Postern zu Worte kommen, so z.B. der Professor für Planungsrecht an der Hochschule Neubrandenburg, Peter Dehne. Auf diese Weise sollen verschiedene Meinungen und Positionen einen vielseitigen Dialog unterstützen.
Ergebnis dieser bürgernahen Diplomarbeit wird ein Empfehlungskatalog sein, um die Alltagsmobilität älterer Menschen in Sarow und Umgebung zu verbessern. Darum freue ich mich sehr auf und über das Interesse der Gemeinde, rege Diskussionen und die Ausstellung im Herbst.“
Frühlingsfest 2011
24 Februar 2011 von Sebastian John Keine Kommentare »Auch in diesem Jahr wollen wir wieder ein Frühlingsfest am Törpiner See feiern. Der Termin wurde auf der letzten Sitzung des Törpiner Forums auf den 28.Mai festgelegt. Das Programm steht noch nicht fest, in der nächsten Woche finden aber schon ein paar Gespräche mit Künstlern aus der Region statt. Man kann also gespannt sein. Außerdem planen wir wieder einen Abschluss mit einem Feuerwerk, so wie schon im letzten Jahr. Weitere Infos gibt es hier in den nächsten Wochen.
Bürgerbus hält bald auch in Törpin
29 Januar 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »| “Der Bedarf an Nahverkehr wird durch den Bus unterstützt.” Demminer Zeitung, Artikel von Jana Otto vom 29.01.2011 Das kleine Dorf Törpin ist einer von vier Orten in Mecklenburg-Vorpommern, die sich an dem Modellvorhaben “Neue Dorfmitte” beteiligen. Dieses Gemeinschaftsprojekt verschiedener Ministerien des Landes möchte beispielhaft die Nahversorgung im ländlichen Raum sicherstellen. Weitere Modellprojekte: Altenpleen (LK Nordvorpommern): Brunow (LK Ludwigslust): Beteiligte Ministerien: Verkehrsministerium, Wirtschaftsministerium, Landwirtschaftsministerium, Innenministerium |
Kreative Zirkel
25 Januar 2011 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »Das Törpiner bietet im Rahmen des Landesprogramms “Arbeit durch Bildung und Innovation (ArBI)” ab Februar kostenlose Kurse zu folgenden Themen an. Teilnehmer melden sich bitte unter 039996 79079 oder pratzel@toerpiner-forum.de:
| Nordkurier – Demminer Zeitung | ||
| Artikel vom 27.01.2011
Vom Messerbau bis hin zum Malkurs |
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“Die Angebote sind kostenfrei, aber Engagement ist gefragt.” Von Jana Otto Törpin. Viel passieren wird ab Februar in der “Alten Schule” in Törpin. Dort startet ein Projekt des neuen Landesprogrammes “Arbeit durch Bildung und Innovation”. Beantragt und für ein Jahr genehmigt bekommen hat dieses Projekt Helmut Pratzel, der es ab dem 1. Februar auch mit umsetzen wird. Von Törpin aus wurde in der Vergangenheit schon eine Reihe verschiedener Projekte erfolgreich durchgeführt. Da lag es für den aktiven Ruheständler nahe, zu überprüfen, welche Angebote aus eigener Kraft gestaltet werden können. Und allein dabei kam eine Menge zusammen. So bieten seine Söhne, Stefan und Thomas, Gitarren- beziehungsweise Schlagzeugunterricht an. “Thomas stellt außerdem hervorragende Messer her, während Stefan die Buchbinderei zu seinem Hobby gemacht hat”, sagt Helmut Pratzel. In beide Techniken können sich Interessierte einführen lassen. “Ich selbst habe viele Computerkenntnisse, die ich weitergeben kann.” Angedacht sind sowohl Kurse zum Online-Banking als auch Konstruktionskurse am Computer. Der Professor im Ruhestand hat dabei beispielsweise einen Schuppen vor Augen, in dem Holz gelagert werden kann. “Von der Idee, über die Konstruktion am Rechner bis hin zur praktischen Ausführung”, erläutert er. Ein weiteres Projekt, das er selbst anbietet, ist der Bootsbau. Als Mitglied im Förderverein des Studentischen Segelns in Greifswald offeriert er, eine Segelyacht, die auf der Museumswerft liegt, wieder auf Vordermann zu bringen. “Das Material ist schon da, teils kann hier gearbeitet werden, aber natürlich auch in Greifswald”, sagt Helmut Pratzel. Auch der Kreativzirkel, der bereits im vergangenen Jahr in Törpin lief, soll fortgeführt werden. “Dafür habe ich fünf Leute beim Arbeitsamt beantragt, die die Kurse leiten.” Doch längst noch nicht für alle Angebote sind Kursleiter gefunden. Wer Interesse hat, einen Handarbeits-, Mal-, Floristik-, Näh- oder anderen kreativen Kurs anzuleiten, kann sich bei Helmut Pratzel melden, ebenso wie Interessierte, die an einem Kurs teilnehmen möchten. Für die Personal- und Materialkosten stehen über das Landesprogramm 10000 Euro pro Jahr zur Verfügung. “Die Kursleiter bekommen pro Stunde fünf Euro”, erläutert Helmut Pratzel. Die Teilnehmer brauchen keine Gebühr zu entrichten. “Die Angebote sind kostenfrei, aber Engagement ist schon gefragt, beispielsweise Naturmaterialien für Gestecke zu sammeln”, macht Pratzel deutlich. Um einen reibungslosen Ablauf aller Kurse zu garantieren, sucht Helmut Pratzel noch zwei engagierte Mitarbeiter. “Ich hatte zwei Bürgerarbeitsplätze beantragt, die auch genehmigt wurden.” Die Alte Schule soll dann von 8 bis 19 Uhr geöffnet haben, die Mitarbeiter diese Zeiten im Zweischicht-System absichern. Viele Hoffnungen setzt Helmut Pratzel, der heute seinen 76. Geburtstag feiert, in diese Variante. “Denn ich möchte mich langsam hier ausklinken”, sagte er gestern. |
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© Nordkurier.de am 27.01.2011
| 1 | Knoten und Spleißen (mit Prof. Pratzel) |
| 2 | Konstruieren am PC und Bauen mit Holz (mit Prof. Pratzel) |
| 3 | Holzwerken |
| 4 | Bootsbau (an den Wochenenden in Greifswald mit Prof. Pratzel) |
| 5 | Edle Messer herstellen (mit Thomas Pratzel) |
| 6 | Buchbinden (dienstags mit Stefan Pratzel) |
| 7 | Computerkurse |
| 8 | Sicheres Online-Banking (mit Prof. Pratzel) |
| 9 | Gitarre-Spielen lernen (dienstags mit Stefan Pratzel) |
| 10 | Schlagzeug-Spielen lernen (mit Thomas Pratzel) |
| 11 | Floristik und Dekoration |
| 12 | Handarbeit |
| 13 | Nähen |
| 14 | Malen |
| 15 | Singen (montags 19-21 Uhr mit Stefan Pratzel) |
| 16 | Volkstanz (freitags 19:30-21:30 Uhr mit Stefan Pratzel) |
Modellvorhaben „Neue Dorfmitte M-V“ – Sicherstellung der Nahversorgung im ländlichen Raum
22 September 2010 von Helmut Pratzel 1 Kommentar »Der demografische Wandel führt in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) faktisch zu einer Aus- dünnung von Versorgungsstrukturen, vor allem in den Dörfern fernab der Zentren. Dort werden Tragfähigkeitsgrenzen unterschritten, so dass die Nahversorgung vor Ort wirtschaftlich oft nicht mehr darstellbar ist. Rund 2/3 aller Gemeinden sind bereits heute ohne stationäre Lebensmittelversorgung und werden, wenn überhaupt, durch mobile Händler versorgt.
M-V hat trotz ungünstiger einzelhandelsrelevanter Rahmenbedingungen (schrumpfendes Kundenpotenzial, geringe Kaufkraft, dünne Besiedlungsdichte) mit 1,6 m² Verkaufsfläche pro Einwohner (EW) eine überdurchschnittlich hohe Versorgungsdichte im Bundesvergleich (1,4 m²). Trotz abnehmender Bevölkerung steigt die Einzelhandelsfläche jährlich um ca. 1 %, vor allem in der Lebensmittelbranche. Auch hier ist M-V mit 0,6 m² Verkaufsfläche je EW deutschlandweit (0,4 m²) führend. Während Lebensmitteldiscounter in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich expandierten (Tendenz stagnierend) und den Lebensmitteleinzel- handel heute dominieren, mussten kleinere Lebensmittelanbieter ihre Läden aufgeben. In Deutschland ist die Zahl der Lebensmittelgeschäfte von 2000 bis 2007 um 37 % (17.000 Läden) zurückgegangen. Übrig bleibt ein uniformiertes, discountorientiertes Lebensmittelangebot mit starker Ausrichtung auf die zentralen Orte und einer Unterversorgung außerhalb der Zentren im ländlichen Raum. Die Ausstattungsdichte mit Lebensmitteldiscountern liegt in Deutschland im Durchschnitt bei 5.400 EW, in M-V bei 3.100 EW.
Die Möglichkeit sich wohnortnah mit Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfes zu versorgen, ist ein wichtiger „Haltefaktor“ und ein grundlegender Bestandteil der Lebensqualität für die Bevölkerung im ländlichen Raum. Mit dem Wegbrechen der Nahversorgung bre- chen gleichzeitig wichtige Kommunikationsräume weg, da Versorgungseinrichtungen oftmals den einzig verbliebenen Treffpunkt für die dörfliche Gemeinschaft darstellen.
Derzeit vorliegende Untersuchungen zur Situation der Nahversorgung in ausgewählten Ge meinden einer strukturschwachen Region in M-V geben wichtige Hinweise auf bestehende Defizite, beinhalten aber keine übertragbaren Strategien für das Land insgesamt. Dazu sind vertiefende Untersuchungen erforderlich, wobei bestehende spezifische Strukturen und Praxiserfahrungen in den Dörfern zu analysieren und darauf aufbauend, passfähige Nahversor gungskonzepte zu entwickeln sind. Ziel ist die Etablierung einer „Neuen Dorfmitte M-V“ zur Sicherung der örtlichen Versorgung und Aktivierung des Dorflebens.
Handlungsansätze in anderen Ländern
In anderen Bundesländern, vor allem in Westdeutschland, gibt es eine Vielzahl von Hand- lungsansätzen mit denen auf das Problem reagiert wird. Weitgehend gleich ist die Strategie, demnach eine Existenz sichernde Einrichtung geschaffen werden soll. In Schleswig-Holstein wird seit mehreren Jahren erfolgreich das Konzept „MarktTreff“ in inzwischen ca. 25 Kommunen praktiziert, das darauf ausgelegt ist, einen Existenz sichernden Betrieb in Orten mit 900 bis 1.700 EW zu halten. Dies erfolgt durch Funktionsmischung (Lebensmittel, Post, Bankautomat etc.) und wird durch das Land finanziell unterstützt. Ähnlich angelegte Konzepte sind das Projekt „DORV“ (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) in NRW (läuft ohne Landesförderung) oder das „Dorfladen-Netzwerk“ in Niedersachsen.
auseinander liegen. Damit ist eine fußläufige Erreichbarkeit des „Nahversorgers“ kaum gegeben. Fazit: Die notwendige Tragfähigkeit für Existenz sichernde Nahversorgungseinrichtungen in den Dörfern ist bei derartigen Rahmenbedingungen nur schwer zu erreichen.
Das Projekt „Neue Dorfmitte M-V“
Das Projekt „Neue Dorfmitte M-V“ steht für eine zukunftsfähige Nahversorgung in den Dör fern und setzt auf die Zusammenführung unterschiedlicher Bedürfnisse bei Stärkung des Selbstverständnisses für bürgerliches Engagement. Es kann, neben der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs (mobil / stationär / Internet), auch Elemente der Gesundheitsversorgung, des Alten- und Pflegebereichs, des Tourismus, von Kunst und Kultur, von Post- und Bankangeboten sowie des Zugangs zu neuen Kommunikationsmedien (Internet, Computer) enthalten. Die „Neue Dorfmitte M-V“ kann letztendlich von mehreren Säulen getragen wer- den: Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, Kommunikation und bürgerliches Engagement, kulturelle und soziale Dienste aller Art.
Die Vernetzung lokaler / regionaler Akteure steht dabei, im Sinne einer Initialzündung bür gerschaftlichen Engagements, im Vordergrund. Die Bürger sollen den Aufbau von Nahversorgungsstrukturen aktiv begleiten, sich einbringen und sich mit ihrer „neuen Dorfmitte“ iden- tifizieren. Dabei lebt das Projekt von der individuellen Vielfalt, von einer jeweils standort- und ortsspezifischen Ausrichtung der Angebotskonzepte, möglichst exakt angepasst an beste- hende Vernetzungen und Strukturen vor Ort. Es zeichnet sich ab, dass das Thema „Mobilität“ (mobile Angebote, Bürgerbus) einen wichtigen Baustein in der Strategie darstellen wird.
Wesentliche Komponenten des Projektes „Neue Dorfmitte M-V“ sind:
1. Vor-Ort-Analyse und Entwicklung von Handlungsstrategien für jeden Modellstandort.
2. Umsetzung / Erprobung der Strategie in den Modellstandorten mit befristeter fachlicher Begleitung (Coaching).
3. Auswertung des Projektes und Erarbeitung genereller Handlungsempfehlungen (übertragbares „Baukastenprinzip“) als Grundlage zukünftiger „Dorfmitte-Standorte“.
Sofern das Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann, soll ein Eckpunktepapier für eine Landesstrategie „Neue Dorfmitte M-V“ erarbeitet werden. In eine derartige Landesstrategie könnten bestehende Projekte und Initiativen mit gleicher Zielstellung integriert werden.
Örtliche Träger in den Modellstandorten sind
Projektleitung:
Städte- und Gemeindetag M-V
Fa. BELA Handelsgesellschaft GmbH
Dezember 2012:
genereller Handlungsempfehlungen (Baukastenprinzip)
eines Eckpunktepapiers für eine Landesstrategie „Neue Dorfmitte M-V“
Die Gemeinde Altenpleen befindet sich etwa 14 km nordwestlich von Stralsund im LK NVP, an der Landstraße nach Barth. Die Gemeinde Altenpleen mit den Orten Neuenpleen, Günz, Nisdorf und Altenpleen hat ca. 950 Einwohner. Sanierte mehrgeschossige Wohnhäuser, ländliche Bauernhäuser und neuzeitliche Bebauungen sowie neu gestaltete Plätze prägen den ländlichen Charakter der Ortschaften und bieten eine ruhige Wohnlage in weitgehend unberührter Natur am Rande des Nationalparks “Vorpommersche Boddenlandschaft”.
Altenpleen ist Sitz der Amtsverwaltung und Schulstandort. Die Existenz mehrere Vereine (Strukturförderverein, Kultur- und Sportverein etc.) lassen auf ein aktives Dorfleben schließen. Dem gegenüber steht eine unzureichende Lebensmittelnahversorgung, im Ort gibt es lediglich eine Bäckerfiliale. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in Stralsund (bzw. dessen Umlandgemeinden) sowie in Prohn, ca. 6 km von Altenpleen entfernt (Edekamarkt).
In Altenpleen stand jahrelang ein denkmalgeschützter, in den 60iger Jahren errichteter, ehemaliger Konsumlandwarenhandel leer und war dem Verfall preisgegeben. Seit Mitte Oktober 2010 hat dieses Gebäude wieder seine Nahversorgungsfunktion zurückbekommen. Das Gebäude wurde, initiiert durch engagierte Bürger des Ortes, nicht nur komplett saniert,
sondern der „Dorfconsum“ erhielt eine originelle alte Ladeneinrichtung im „Tante Emma Stil“. Ladeneinrichtung und Warenerstausstattung wurden durch die Landesregierung gefördert. Für die Aufwendungen zur Gebäudesanierung existiert eine Bankbürgschaft. Der „Dorfconsum“ mit ca. 100 m² Verkaufsfläche bietet neben dem reinen Lebensmittelsortiment zusätzlich einen kleinen Imbiss. Der geplante Jahresumsatz liegt bei 400 Tsd. €, bei einer Frequenz von ca. 1.100 Kunden pro Woche.
Dieser Ansatz zur Wiederbelebung der Grundversorgung im Gemeindehauptort Altenpleen soll im Projekt „Neue Dorfmitte M-V“ aufgegriffen und als einer der Modellstandorte fachlich begleitet und weiterentwickelt werden.
Die Gemeinde Brunow liegt im südöstlichsten Zipfel des Landkreis Ludwigslust und grenzt an den Landkreis Parchim und an das Land Brandenburg. Die Gemeinde gehört zur Amt Grabow und besteht aus den 3 Ortsteilen Brunow (ca. 300 EW), Bauerkuhl (ca. 20 EW) und Klüß (ca. 170 EW). Brunow besitzt charakteristische Züge eines Angerdorfes, die Häuser
und Gehöfte sind sternförmig um einen zentralen Dorfplatz mit denkmalgeschützter Kirche angelegt. Die Gemeinde liegt ca. 10 km von der BAB 24 entfernt, die nächste Bahnstation befindet sich im etwa 13 Kilometer entfernten Karstädt an der Strecke Hamburg-Berlin. Größte ortsansässige Arbeitgeber sind die Agrargenossenschaft und ein Bauunternehmen.
In der Gemeinde existiert ein aktives Vereins- und Dorfleben mit Landfrauenverein, Heimat- verein, Feuerwehr, Kirchengemeinde. Regelmäßig stattfindende Feste und kulturelle Veranstaltungen stehen für bürgerschaftliches Engagement (Erntefest, Tag des offenen Hofes, Musikabende in der Kirche, Weihnachtsmarkt). Der von der Agrargenossenschaft betrieben
„Brunower Bauernmarkt“ feierte in diesem Jahr sein 5-jähriges Bestehen und leistet mit sei- nen Produkten, vielfach aus eigener Herstellung, einen Beitrag zur Sicherung der Grundversorgung. Im Gebäude des Bauernmarktes werden darüber hinaus weitere Dienstleistungen angeboten (z. B. Post); es ist zugleich ein „Ort der Kommunikation“. Die nächsten Einkaufs-
möglichkeiten befinden sich in Berge, Grabow und Karstädt in 6 bis 10 km Entfernung.
Der Konzeptansatz besteht in der Weiterentwicklung bzw. Stabilisierung des „Bauernmarktes“ zu einem Zentrum der dörflichen Nahversorgung und in einer Ergänzung um weitere Dienstleistungen (z. B. Gesundheitsversorgung).
Schlatkow ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmatzin im Landkreis Ostvorpommern. Die Gemeinde Schmatzin, gelegen im Peeneflusstal, hat ca. 300 Einwohner und setzt sich aus 3 Ortsteilen zusammen. Im Ortsteil Schlatkow befindet sich das älteste Fachwerkensemble des Landkreises Ostvorpommern, bestehend aus einer pommerschen Melkerschule, einem
Gutshaus, einer Schmiede und einer Scheune. Dieser Bereich wurde auf örtliche Initiative zu einem Gemeindehaus mit multifunktionalen Nutzungen für die Bewohner der Gemeinde und für die Touristen ausgebaut (Dorfmuseum, Bibliothek, Beherbergungsbetten (Bett & Bike), Seniorenwohnungen im Gutshaus, Festscheune, etc.).
Die Grundversorgung mit Lebensmitteln erfolgt ausschließlich mobil durch vier Händler, die zu unterschiedlichen Zeiten beliefern.
Örtlicher Partner für die modellhafte Umsetzung und Erprobung des Daseinssicherungskon- zeptes ist der Verein „Schlatkow 2007 e. V.“, vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Dr. Klaus Brandt (zugleich Bürgermeister der Gemeinde Schmatzin). Zweck des Vereins ist lt. Satzung die Förderung von Kunst und Kultur im Ortsteil Schlatkow. Mit dorftypischen Veranstaltungen und weiteren Projekten will der Verein die historische Gutsanlage Schlatkow erhalten, sie als Begegnungsstätte weiterentwickeln und nachhaltig mit Leben erfüllen. Es soll nach Wegen gesucht werden, die dörfliche Infrastruktur zu bewahren. Am Standort Schlatkow werden die vorhandenen Gegebenheiten für die Kinder- und Jugendarbeit (Freizeit- und Bildungsangebote) genutzt. Der Verein wirkt im Netzwerk regionaler Vereine und Verbände zur Stärkung des ländlichen Raums mit.
Das Gutshaus Schlatkow war an einer Untersuchung unter dem Thema „multible Häuser“ (Nachnutzungskonzepte), im Rahmen des BMVBS Projektes „Regionen der Zukunft – Stettiner Haff“ beteiligt. Der Konzeptansatz setzt auf die Ergebnisse dieser Untersuchung auf und beinhaltet Strategien zur Verbesserung der Grundversorgung der Ortsbevölkerung, aber
auch der Touristen.
Törpin ist ein Ortsteil der Gemeinde Sarow im Landkreis Demmin. Die Gemeinde Sarow hat ca. 820 Einwohner und setzt sich aus 4 Dörfern / Ortsteilen zusammen.
In Sarow existiert ein kleiner Lebensmittelladen, der lediglich eine Notversorgung sichert. Der nächste Lebensmittelanbieter befindet sich in 15 km Entfernung und ist nur für die mobilen Bürger erreichbar.
Im Ortsteil Törpin wurde auf Initiative des „Törpiner Forums“, gegründet 2003, die „Alte Schule“ als Vereinshaus ausgebaut. Sie dient als Bürgertreffpunkt und beinhaltet eine Bibliothek sowie einen Internetzugang. Das Törpiner Forum hat sich die Aufgabe gestellt, die Daseins- vorsorge auf dem Land zu aktivieren. In diesem Sinne ist beabsichtigt, die „Alte Schule“ zu
einem zentralen Versorgungszentrum der Gemeinde auszubauen. Angedacht sind folgende Angebote: Hol- und Bringedienste zu Nahversorgungseinrichtungen, medizinische Grundversorgung, Internethandel, Organisation von Reisen, Post- und Geldverkehr, Apotheker- dienst, Kopierdienst u. a.
Örtlicher Partner für die modellhafte Umsetzung und Erprobung des Daseinssicherungskonzeptes ist der Verein „Törpiner Forum e. V – Verein innovativer Kräfte“, vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel (zugleich Mitglied im Seniorenbeirat des Landkreises Demmin). Zweck des Vereins „Törpiner Forum“ ist lt. Satzung
a. Jugend- und Altenhilfe, b. Förderung der Zwecke der amtlich anerkannten Verbände der freien Wohlfahrtspflege , ihrer Unterverbände und ihrer angeschlossenen Einrichtungen und Anstalten, c. Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung im Gesundheitswesen, sowie Förde- rung der gesellschaftlichen Entwicklung mit Schwerpunkt in der Region Demmin. Der Satzungszweck wird insbesondere durch Diskussionsrunden, Veranstaltungen, For- schungsaufträge sowie Förderung von Einrichtungen und Ausstattungen verwirklicht.
Singen und Tanzen mit Kindern
14 August 2010 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »Der Seniorenbeirat hat einen Zuschuss zu einem Projekt zur Förderung des niederdeutschen Brauchtums durch die Aktion Mensch erhalten. Mit der Durchführung wurde das Törpiner Forum e.V. beauftragt.
Schulkindern soll Freude an niederdeutschen Volksliedern und Volkstänzen vermittelt werden. Damit wird der Nachwuchs für das regionale Kulturgut begeistert. In den 1.-4. Klassen ist der tänzerische Bewegungsdrang geeignet in der Gruppe zu tanzen und dabei traditionelles Brauchtum kennen zu lernen. Über den Volkstanz ist auch die Volksmusik zu vermitteln. Dabei kann eine erzieherische Gruppendynamik entwickelt werden, die den Zugang über Spiel und Sport für gesellschaftsdienliche Verhaltensweisen öffnet. An dem Projekt beteiligen sich bisher die Schulen in Sarow und Schönfeld. Es können weitere Schulen in dieses Projekt einbezogen werden. Interessenten melden sich bitte unter info@toerpiner-forum.de oder benutzen das Kontaktformular.
Kreative Chance für ein halbes Jahr
5 August 2010 von Sebastian John Keine Kommentare »TÖRPIN. Ein modelliertes Pärchen steht auf dem Tisch. Als Vorlage. Daneben liegt Ton bereit. Irena Schultz, Vera Kasdorf und Annette Giermann schauen etwas ungläubig. Das sollen sie nachmachen? Sie drehen die Figur, stellen sie wieder hin und brechen sich ein Stück vom weichen Ton ab. Los geht es mit den ersten Versuchen. Die müssen sie zunächst allein machen. Dann erst hilft der Kursleiter. „Man muss ein Vorbild haben, nur aus dem Kopf, das ist zu schwer“, gibt Helmut Pratzel zu. Er hat im Törpiner Forum einen Kreativkurs ins Leben gerufen. Seit Juli haben fünf Frauen aus Sarow und Törpin als Ein-Euro-Jobber für ein halbes Jahr eine Beschäftigung in der „Alten Schule“ in Törpin gefunden. In den ersten Wochen sind schon viele verschiedene Dinge entstanden – geflochtene Körbe, Speckstein-Figuren, Karten, Bilder, Lavendelsäckchen und kleine Origamie-Kunstwerke. Mit Ton zu arbeiten, haben sie in dieser Woche begonnen. Seidenmalerei, Batic und andere kreative Sachen sollen noch folgen. „Es hat mich gestört, dass Hartz IV Empfänger immer primitive Arbeiten machen müssen, die keinem behagen und keine Freude machen“, erklärt Pratzel. Er wollte vielmehr etwas anbieten, was Freude macht, wo sich die Teilnehmer weiterentwickeln können, andere Techniken berühren und Interessenbereiche finden. „In jedem schlummert ein Kunstgefühl, ein Kunstverstand. Man muss es nur herauslocken.“ Viele Dinge hat Helmut Pratzel vorher auch noch nie gemacht. Bevor er seine Kursteilnehmer anleiten kann, wälzt er Anleitungsbücher, sucht sich Ideen, testet verschiedene Materialien. „Ich merke, der meint, er hat zwei linke Hände, doch etwas kann“, hat er in der kurzen Zeit festgestellt. „Ich bin froh, dass ich hier reingekommen bin“, meint Irena Schulz. Das sei sinnvoller als Laub harken und Hecken schneiden. „Es macht Spaß und wird nie langweilig.“ Am liebsten fertigt sie Gestecke und glaubt, dass sie das auch mit dem Ton ganz gut hinbekommt. Vera Kasdorf sieht es ähnlich. „Ich würde das gerne länger machen als nur ein halbes Jahr.“ Danach könne sie einiges und müsse dann schon wieder aufhören. Das findet auch Annette Giermann schade. Ihr geht das Körbe flechten und Malen leicht von der Hand. Sie fühlt sich wie die anderen wohl in der kleinen Gruppe. Die Ideen für die Kreativkursteilnehmer scheinen nicht auszugehen. Christine Neumann ist besonders geschickt an der Nähmaschine. So sollen noch Kostüme für die Kindertanzgruppe des Vereins geschneidert werden. Auch ein Segel für ein Schiffsmodell, das Helmut Pratzel mal vor 50 Jahren angefangen hat zu bauen, soll noch genäht werden. Es steht noch ohne Segel da. Als alter Hochseesegler zeigt Helmut Pratzel seiner „Damenrunde“ auch verschiedene Knoten, daraus sind schon Schlüsselanhänger entstanden. Papier schöpfen, Papier colorieren, aus gepressten Pflanzen Bilder herstellen, kleine Schachteln für Schmuckstücke fertigen und, und, und. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auf einem Tisch werden die fertiggestellten Stücke bisher ausgestellt. Sie sollen noch verkauft werden, für so viel, dass die Materialkosten wieder herauskommen. Einiges geht in die Tombola beim Erntefest der Gemeinde. Auf den Kreativkurs gebracht haben ihn die Loitzer mit ihrem Kompetenzzentrum für Arbeitslose. Dort werde Ähnliches in mehreren Dörfern erfolgreich gemacht. „Das ist eine feine Sache, besser als Rasen mähen und Blätter sammeln.“ Für Interessierte aus anderen Dörfern will Helmut Pratzel die Türen der „Alten Schule“ weit offen halten. Jeder könne reinschauen und sich das Projekt anschauen. Er wünschte sich, wenn noch andere Bürgermeister in den Dörfern auf die Idee eines Kreativkurses kommen würden. „Weil es eine sinnvolle Sache ist.“
Quelle: Nordkurier, Demminer Zeitung vom 05.08.2010, Kirsten Gehrke (original)

