Elektro-Bürgerbus des Törpiner Forums

8 März 2020 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Seit dem 05.Juni 2020 hat das Törpiner Forum einen neuen e-Bürgerbus, der uns von der naturwind Schwerin GmbH mit Unterstützung der Gesellschaft für regionale Teilhabe und Klimaschutz mbH (kurz: gtk) zur Verfügung gestellt wurde. Das Vorhaben wurde mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Europäischen Union gefördert.

Der neue e-Bürgerbus des Törpiner Forums
Ein Nissan Leaf mit 6 Fahrgastplätzen ersetzt den jetzigen Ford

Dazu wurde ein besonderer Parkplatz in Törpin mit Fördermitteln aus dem Vorpommernfond und dem Strategiefond vor der Alten Schule in Törpin hergestellt.

Der Bürgerbus fährt im Auftrag des Landkreises MSE Schulkinder aus der Region um Sarow, Tützpatz, Kriesow und Gültz zu den weiterführenden Schulen in Demmin .

Der Parkplatz wurde durch die Sarower Firma Haus und Gartenservice fertiggestellt

In der Zeit ab 8:30 bis 12 Uhr und nach 16 Uhr wird der Bus auch für Fahrten der umliegenden Dorfbewohner zur Verfügung stehen, die mit dem öffentlichen Verkehr des MVVG ihr Ziel nicht erreichen können. Dazu können die Bürger unter 039996 70135 Termine vereinbaren.

Wichtig zu wissen: Das Törpiner Forum fordert kein Entgelt für sein Engagement im Mobilitätsbereich für die Dorfbewohner. Wir konnten erreichen, dass mit dem eigens umweltfreundlichen Elektrobürgerbus eine unbürokratische Teilhabe der Bevölkerung des ländlichen Raumes an der vor Ort genutzten Windkraft möglich wurde.

Völlig unabhängig davon sind wir zur Aufrechterhaltung unserer ehrenamtlichen Arbeit im Bereich der Jugend- und Altenhilfe auch auf Spenden angewiesen!

Der Parkplatz in der Bauphase

Auf dem Parkplatz steht eine Ladesäule für den Bürgerbus. Geplant ist eine weitere Ladesäule für die Öffentlichkeit auf diesem Platz, um das Fahren mit Elektrofahrzeugen zu unterstützen. Wer dann während der Ladezeit auf sein Fahrzeug warten muss findet in der Bibliothek des Vereinshauses Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben und evtl. auch einen Imbiss zu bekommen.

Unsere Kapazitäten für den Schülerverkehr sind noch nicht erschöpft, sodass wir weitere Schüler, vorwiegend aus den Dörfern um Sarow, Tützpatz, Kriesow und Gültz zu den weiterführenden Schulen in Demmin fahren können. Interessenten bitte ich zur Kontaktaufnahme sich unter 039996 70135 oder über e-mail: pratzel@toerpiner-forum.de zu melden.

Hiermit wenden wir uns an die Eltern der Kinder, welche mit Beginn des kommenden Schuljahres von den Schulen in Sarow und Tützpatz zu einer weiterführende Schule in der Hansestadt Demmin wechseln werden.
Unser gemeinnütziger Verein, das Törpiner Forum e.V., ist seit dem Jahre 2011 für den Landkreis im Schülerverkehr tätig. Unsere Zielgruppe bilden diejenigen Kinder und Jugendlichen, welche keinen oder nur über lange Wege Zugang zu den Linienbussen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) haben. Bis zu sechs Schüler holt unser Bürgerbus morgens an der Haustüre ab, um sie dann nach Unterrichtsende zu zwei Zeitfenstern am Mittag und am frühen Nachmittag eben dort wieder abzusetzen.
Unser Fahrzeug ist speziell für die Personenbeförderung ausgestattet und zugelassen. Es durchläuft somit alle zwölf Monate eine diesbezügliche Hauptuntersuchung (TÜV). Die ehrenamtlich als Kraftfahrer tätigen Vereinsmitglieder verfügen über eine spezielle Ausbildung zur Fahrgast-beförderung sowie über einen Personenbeförderungsschein. Der Schülerverkehr erfolgt auf Grundlage einer vertraglichen Beauftragung durch den Landkreis als Schulträger. Den Eltern bzw. den Schülern entstehen weder Kosten noch bürokratischer Aufwand – alles wird durch unseren Verein direkt mit dem Schulamt geregelt.
Wichtig zu wissen: Eine Mitgliedschaft im Verein ist keine Voraussetzung für die Inanspruchnahme unserer Beförderungsleistungen.
Wenn Sie also auf dem Lande zwischen Altentreptow und Demmin wohnhaft sind, Ihr Kind ab August in Demmin beschult werden soll, wegen des Schulwechsels nach Demmin entweder ein langer Fußweg zu einer Haltestelle des ÖPNV notwendig wird oder die insgesamt für den Schulweg aufzubringende Zeit (Haustür – Schultür) über 45 Minuten beträgt, sind wir für Sie da!
Sofern wir Ihr Interesse geweckt haben – bitte rufen Sie uns unter 039996 70135 an oder senden Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Telefonnummer. Wir melden uns dann umgehend. Selbstverständlich gehen Sie mit der Kontaktaufnahme keinerlei Verpflichtung ein.
Nach heutigem Sachstand werden wir ab August in Folge des sich abzeichnenden erfolgreichen Abschlusses der gymnasialen Ausbildung bislang beförderter Schüler vier neue Fahrgäste aufnehmen können.

Das Törpiner Forum sucht weitere Fahrer für den Bürgerbus, die über den Bundesfreiwilligendienst eingestellt werden können. Wir bitten Interessenten sich unter 039996 70135 oder über e-mail: pratzel@toerpiner-forum.de zu melden.

Respektvoller Umgang mit Andersdenkenden

10 September 2019 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Die Diskussion zu den Ursachen des Klimawandels eskaliert in Bahnen, die zur Spaltung der Gesellschaft beitragen. „Regierungstreue“ und „Geschädigte“ geraten im Rechtsstreit aneinander. Hören sie sich diesen Kommentar an:

Öffentliche Anhörung zum Thema „Welternährung und Klimawandel

9 Juni 2019 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »


35. Sitzung des BT-Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,
Mittwoch den 5. Juni 2019

Stellungnahme von Edgar L. Gärtner (EIKE)

  1. Was ist Klima?

Bevor ich auf einzelne Fragen eingehe, möchte ich aus fachlicher Sicht einige grundsätzliche Bemerkungen zum Thema Klimawandel vorausschicken. Es gibt auf der Erde kein physisches System namens Klima. Real greif- bzw. beobachtbar sind auf unserer Erde nur die Meere, die Landmassen und die Atmosphäre. In Bewegung gehalten werden diese drei irdischen Systeme von der Sonne, einem Kernfusions-Dynamo. Daneben ist auch der Einfluss des Erd-Trabanten Mond von Bedeutung. Hinzu kommt die galaktische Hintergrund-Strahlung, die meistens vom solaren Magnetfeld abgeschirmt wird, in Schwächephasen der Sonne jedoch in stärkerem Maße bis zur Erde durchdringen kann. Das könnte hier die Wolkenbildung beeinflussen. Zwischen diesen vier oder fünf physischen Systemen gibt es komplexe, kaum überschaubare Wechselwirkungen, deren Resultat das mehr oder weniger häufig wechselnde Wetter ist. Dieses ist so chaotisch, dass es meistens kaum länger als zwei Tage einigermaßen zuverlässig vorhersagbar ist. Die 30-jährige Statistik des Wetters einer Region nennt man Klima. Dieses ist im Wesentlichen charakterisiert durch den mittleren Jahresgang von Temperatur und Niederschlag. (So lautet die Definition der Weltorganisation für Meteorologie.) Reden wir von Klima, reden wir also im Prinzip immer von der Vergangenheit und können daran logischerweise gar nichts ändern. Die Durchschnittstemperatur spielt für die Einteilung der Klimazonen hingegen kaum eine Rolle. Regionen mit ähnlicher Durchschnittstemperatur wie Westeuropa und große Teile der mediterranen Zone können gegensätzliche Klimata haben: In Westeuropa Niederschlagsmaximum im Sommer, im Mittelmeergebiet hingegen ausgeprägte Sommertrockenheit.

Freilich können die Menschen in begrenztem Maße das lokale Wetter beeinflussen (etwa indem sie Großstadt-Straßen aufheizen und von der Luftzirkulation abschneiden, Wälder bzw. Windschutz-Streifen anpflanzen oder roden, Winde durch den Bau von Windrädern abbremsen und dadurch Ackerflächen aufheizen, Seen anlegen oder trockenlegen, Flüsse umleiten oder begradigen usw.). Sie können dann nach 30 Jahren an Hand geeigneter Indikatoren prüfen, ob das einen spürbaren Einfluss auf das regionale Klima hatte.

  1. Die Erde wird grüner

Die Bio-Klimatologie untersucht den Klimawandel vor allem mithilfe der Beobachtung der Ausbreitung so genannter Zeiger-Arten. Das sind im Mittelmeergebiet zum Beispiel die immergrüne Stein-Eiche (Quercus ilex), die Kork-Eiche (Quercus suber) oder der Ölbaum (Olea europea). Diese Arten zeugen als Kulturpflanzen von Jahrtausende währender inniger Verflechtung zwischen Natur und Kultur, so dass sich die Frage „Was ist natürlich, was ist menschengemacht?“ hier oft erübrigt. Wie weit das Mittelmeerklima, gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Sommertrockenheit und ein Niederschlagsmaximum im milden Winter, selbst ein Ergebnis menschlicher Einflüsse ist, bleibt fraglich. Immerhin hat es sich völlig unabhängig voneinander auf vier Kontinenten eingestellt. Fest steht, dass man dort in den letzten Jahrzehnten außer den von Waldbränden, Rodungen und Bausünden herrührenden Verwüstungen keine eventuell mit einem Klimawandel zusammenhängenden Vegetationsschäden beobachten konnte. Im Gegenteil sind manche Gegenden in den letzten Jahren deutlich grüner geworden.

Das könnte an häufigeren Niederschlägen liegen, die in den letzten Jahren vermehrt auch während der sommerlichen Trockenperiode fielen. In der afrikanischen Sahelzone scheint das eine bedeutende Rolle zu spielen. Es ist meines Erachtens aber noch zu früh, auch für die mediterrane Klimazone einen solchen Trend in Richtung auf mehr ozeanischen Einfluss ausmachen zu wollen. Der letzte Bericht des „Weltklimarates“ IPCC (AR5, Kapitel 2.6) stellt fest, dass die Regenhäufigkeit überall auf der Welt von Jahr zu Jahr stark schwankt, dass aber seit 1950 keine Zunahme irgendeiner Art von Extremwetter-Ereignis auszumachen ist. Ludger Laurenz, Horst-Joachim Lüdecke und Sebastian Lüning (Journal of Atmospherical and Terrestrial Physics 185, 2019) konnten zwar nachweisen, dass die Niederschlagsmuster rund um die Welt von den Sonnenfleckenzyklen beeinflusst werden, konnten daraus aber keine halbwegs verlässliche Methode der Niederschlagsprognose ableiten. Obwohl es also durchaus zyklische Einflüsse gibt, bleibt das Wetter chaotisch, weil sich immer Dutzende von Zyklen unterschiedlicher Zeitskala von Jahren bis Jahrtausenden übrlagern.

Deshalb kommt der längerfristigen Beobachtung der Vegetations-Entwicklung als Integral des Klimawandels eine umso größere Bedeutung für das Erkennen von Klima-Trends zu. Seit einigen Jahrzehnten stehen uns dafür immer präzisere Methoden des Satelliten-Monitoring aus dem Weltraum zur Verfügung. Im April 2016 hat ein internationales Team von insgesamt 32 Wissenschaftlern aus acht Ländern die Auswertung der Messungen des Moderate Resolution Imaging Spectrometers der NASA und des Advanced Very High Resolution Radiometer Instruments der NOAA (US National Oceanic and Atmospheric Administration) zwischen 1982 und 2009 publiziert (Zaichun Zhu et al., in: Nature Climate Change doi: 10.1038/nclimate3004). Das Ergebnis machte Schlagzeilen: Die Erde ist deutlich grüner geworden. Und zwar ist die Blattfläche grüner Pflanzen im untersuchten Zeitraum durchschnittlich um eine Fläche angewachsen, die der doppelten Fläche der USA entspricht. Die Autoren konnten diesen Zuwachs mithilfe einer Faktorenanalyse zu etwa 70 Prozent auf den inzwischen auf etwa 0,04 Volumen-Prozent gestiegenen CO2-Gehalt der Atmosphäre zurückführen. Freilich gibt es auch einige Gebiete, in denen das Grün zurückging.

  1. Kohlenstoffdioxid als Pflanzen-Nährstoff

Kohlenstoff, den die grünen Pflanzen nur in Form von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Luft und nicht aus dem Boden aufnehmen können, ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Den Pflanzenphysiologen ist schon seit längerem bewusst, dass sich der CO2-Gehalt der Atmosphäre nach der so genannten Kleinen Eiszeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert mit 0,028 Volumen-Prozent an der unteren Grenze des für die meisten Pflanzen gerade noch Erträglichen bewegte. Insofern ist es verständlich, warum schon der leichte Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration auf etwa 0,04 Vol.% zu einem beeindruckenden Aufblühen der Vegetation führte. Bekanntlich nutzen Gärtnereien schon länger diesen Effekt aus, indem sie die Luft ihrer Gewächshäuser künstlich mit CO2 anreichern. Selbstverständlich gibt es auch da eine Sättigungsgrenze, oberhalb der zusätzliches CO2keine nennenswerte Wirkung mehr zeigt.

Allerdings können nicht alle Pflanzentypen das höhere CO2-Angebot gleichgut verwerten. Es kommt darauf an, ob ihre Photosynthese den C3- oder dem C4-Weg folgt. C4-Pflanzen, die in wärmeren und trockenen Klimaten überwiegen, verwerten den Kohlenstoff bereits so effizient, dass kaum noch eine Steigerung möglich scheint. C3-Pflanzen, die in gemäßigten Klimazonen überwiegen, profitieren jedoch vom zusätzlichen CO2-Angebot, solange sie gut mit Stickstoff und Wasser versorgt sind. Das ist bei Kulturpflanzen meistens der Fall. Nach einem Langzeit-Experiment mit Präriegräsern, das die Ökologin Melissa Pastore an der Universität von Minnesota durchgeführt hat, kehren sich aber die Vor- und Nachteile von C3- und C4-Pflanzen nach einigen Jahren um, so dass C4-Pflanzen im Endeffekt stärker auf das höhere CO2-Angebot ansprechen können. Das ist eine gute Nachricht vor allem für die ariden Gebiete der Erde, wo C4-Pflanzen überrepräsentiert sind. Denn die höhere CO2-Konzentraton erlaubt es den Pflanzen, ihre Spaltöffnungen zum Atmen eher zu schließen und sich so besser vor Austrocknung zu schützen.

Mögliche klimatische Auswirkungen des steigenden CO2-Gehalts der Atmosphäre diskutiere ich hier bewusst nicht, weil ich mich als Naturwissenschaftler auf messbare Größen und Zusammenhänge beschränken muss. Es gibt kein globales Klima (Wie sollte man dieses auch definieren?) und die im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs im Vordergrund stehende (berechnete, nicht gemessene!) globale Durchschnittstemperatur ist ein Abstraktum, dem kaum praktische Bedeutung zukommt. Vor allem gibt es nicht den geringsten experimentellen Beleg für den behaupteten Zusammenhang zwischen der CO2-Konzentration und der Temperatur der Luft. Die in einer konkreten Region sich einstellende Lufttemperatur ist vielmehr Funktion des Wetters, d.h. sie hängt vor allem von der Dauer der Sonneneinstrahlung, der Wolkenbedeckung, der Windrichtung und -geschwindigkeit und nicht zuletzt von der Höhe über Normal-Null und somit vom Luftdruck ab. In den computerisierten „Klima-Modellen“, die den IPCC-Berichten zugrunde liegen, macht jedoch, wie es scheint, die (Durchschnitts-)Temperatur das Wetter.

Wer angesichts dieser Sachlage behauptet, das Wetter der Zukunft berechnen, wenn nicht sogar steuern zu können, und die Politik einseitig auf die Bekämpfung einer angeblich drohenden Überhitzung der Erde infolge eines Anstiegs der atmosphärischen CO2-Konzentration festlegt, handelt in meinen Augen unverantwortlich. Wir sollten vielmehr davon ausgehen, dass ein weiteres Ansteigen der atmosphärischen CO2-Konzentration durchaus auch von einer globalen Abkühlung begleitet werden könnte, da die Klimaentwicklung davon unabhängig ist und stattdessen offenbar stärker von Zyklen der Sonne beeinflusst wird. Das wäre dann eine wirklich schlechte Nachricht für die Welternährung, denn in Europa ging die Kleine Eiszeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, die mit dem so genannten Maunder- und dem Dalton-Minimum der Sonne zusammenfiel, mit schweren Hungersnöten einher. Aktuell befindet sich die Sonne bereits wieder in einer ausgeprägten Schwächephase. Die Solarforscher sind sich aber noch nicht darüber einig, ab wann diese voll auf das irdische Wetter durchschlagen wird.

  1. Auswirkungen auf die Welternährung

Zunächst können wir aber wohl grundsätzlich davon ausgehen, dass die Welt-Ernährungslage wegen des gestiegenen CO2-Gehaltes der Luft in den kommenden Jahrzehnten sich trotz des bereits programmierten Anwachsens der Weltbevölkerung auf 10 Milliarden etwas entspannen kann, sofern die Menschen durch überkommene Machtstrukturen nicht daran gehindert werden, durch ihrer Hände Arbeit für ihr leibliches Wohl zu sorgen. Gerade hat die amerikanische Entwicklungs-Agentur USDA gemeldet, dass sie für dieses Jahr eine weltweite Rekord-Weizenernte erwartet. Das hängt vermutlich auch mit dem gestiegenen CO2-Gehalt der Atmosphäre zusammen.

Gefahr droht meines Erachtens aber von der gängigen Verteufelung des CO2 wie auch moderner Energieerzeugungs- und Landbaumethoden. So ist es durch die angeblich ökologisch gebotene Subventionierung von Biosprit bereits zu einem potenziell tödlichen Konflikt zwischen Tank und Teller gekommen. In Mexiko und auch in den Maghreb-Ländern kam es deshalb vor einigen Jahren bekanntlich schon zu Hunger-Aufständen. Als sehr bedenklich erscheinen mir auch Versuche westlicher Entwicklungspolitiker, arme Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika im Namen der „Dekarbonisierung“ mit z.T. erpresserischen Methoden vom Bau von Kohlekraftwerken abzubringen. Dabei gibt es fast überall auf der Welt gut erreichbare und kostengünstig förderbare Kohlevorkommen. Und Kohle ist relativ einfach transportier- und lagerbar. Sie könnte also eine Schlüsselrolle bei der Überwindung der Armut durch die Bereitstellung preiswerter und verlässlicher Elektrizität spielen. Jetzt stoßen Chinesen und Inder massiv in die von der westlichen Entwicklungspolitik offen gelassene Marktlücke.

Da es grundsätzlich offen ist, wie sich die verschiedenen Klimate der Erde in den kommenden Jahrzehnten entwickeln werden, sehe ich mich außerstande, die Fragen 1 bis 3 zu beantworten. Da frühere Prognosen wie die einer fortschreitenden Versteppung der Sahelzone und des Mittelmeer-Beckens sich als völlig abwegig erwiesen haben, müssen wir immer mit (positiven und negativen) Überraschungen rechnen. Die Landwirtschaft sollte also generell mehr auf robuste, anpassungsfähige Kulturen und Landbaumethoden und entsprechendes Saatgut setzen. Das können auch traditionelle Sorten und Methoden sein, die sich über Jahrtausende unter schwierigen Bedingungen bewährt haben. Im Mittelmeergebiet gibt es dafür zahlreiche Beispiele. Die Erfahrungen Israels beim Urbarmachen von Wüstenland können meines Erachtens Wege aufzeigen, wie wir mit schwierigen klimatischen Bedingungen umgehen können.

Aber auch moderne Methoden der Agrochemie und der Gentechnik wie CRISPR/Cas9 sollten kein Tabu sein. Diese können mithelfen, in relativ kurzer Zeit gezielt hitze-, kälte-, dürre- oder feuchteresistente Kulturpflanzen zu züchten. Ich möchte solche modernen Techniken allerdings nicht als Allheilmittel anpreisen. Es kommt darauf an, dass die Anwender frei über deren Einsatz oder ihre Ablehnung entscheiden können, wenn sie glauben, dadurch besser auf dem Markt bestehen zu können. Ohne Entscheidungsfreiheit vor Ort wird es schwer sein, die Landwirtschaft flexibel an wechselnde Witterungsbedingungen und längerfristige Klimatrends anzupassen.

Deshalb sollte in der Entwicklungszusammenarbeit alles vermieden werden, was auch nur entfernt an neokolonialistische Bevormundung erinnert. So kam es beispielsweise zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen der EU und den südostasiatischen Ländern Indonesien und Malaysia, als das EU-Parlament für die Einschränkung des Palmöl-Einsatzes stimmte. Vertreter dieser Länder wiesen darauf hin, dass der Ölpalmen-Anbau Hunderttausenden ihrer Bewohner Wege aus der Armut eröffnet hat, zumal 40 Prozent der Palmöl-Produktion nicht von Großgrundbesitzern, sondern von kleinen Produzenten mit einem Landbesitz von weniger als 25 Hektar stammen.

Von daher beantwortet sich auch die Frage 4 beinahe von selbst: Da Palmöl selbst Bestandteil von Nahrungsmitteln sein kann, gibt es keinen grundsätzlichen Konflikt zwischen seinem Anbau und der Ernährungssicherung. Ohnehin stehen derzeit in Südostasien genügend Nahrungsmittel zur Verfügung. Was Teilen der Bevölkerung fehlt, ist die Kaufkraft, um diese erwerben zu können. Der Anbau von Ölpalmen, die ursprünglich in Afrika beheimatet waren, ist eine von mehreren Möglichkeiten, Devisen ins Land zu bringen und der Armut zu überwinden. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Richtlinien der inzwischen existierenden Nachhaltigkeits-Zertifizierung des RSPO o.ä. eingehalten werden. Ob die Palmöl-Produktion der günstigste Entwicklungspfad ist, obliegt nicht unserem Urteil. Ähnliches gilt wohl für den Anbau von Soja, auch wenn hier anzumerken ist, dass der Soja-Anbau viel größere Flächen und mehr Dünger und Pestizide erfordert als der Ölpalmen-Anbau.

Zur Frage 5: Hier kann ich mich weitgehend dem Bonner Memorandum vom September 2018 anschließen, in dem die Ergebnisse einer Gesprächsrunde von Experten der Entwicklungspolitik zusammengefasst wurden. Die bisherige (paternalistische) Entwicklungspolitik war im Hinblick auf die Welternährung überwiegend kontraproduktiv, weil sie weniger an den Bedürfnissen breiter Bevölkerungsschichten als an Interessen kleptokratischer Eliten und den geopolitischen Strategien der „Geberländer“ ausgerichtet war. Stattdessen sollten „Deals“ zu beiderseitigem Vorteil zwischen privaten Unternehmen im Vordergrund stehen. Zurzeit ist es für aufstiegswillige junge Menschen in vielen Entwicklungsländern günstiger, eine Entwicklungs-, Klima- oder Menschenrechts-NGO zu gründen als ein nützliches privates Gewerbe aufzubauen. Das sollte meines Erachtens in Zukunft eher umgekehrt sein.

Ein neuer Seniorenwegweiser für den Landkreis MSE ist erschienen

16 Mai 2019 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Der Seniorenwegweiser „Älter werden im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte“ kann unter folgender Adresse gelesen werden:

https://www.total-lokal.de/publikationen/projekt/1703315702

Aktionsbündnis Gesundheit

4 November 2018 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel wurde am 23.10.2018 in Schwerin zum Sprecher und Leiter der Arbeitsgruppe „Gesund älter werden“ als Vertreter des Kreisseniorenbeirates Mecklenburgische Seenplatte im Aktionsbündnis Gesundheit zur Umsetzung des Präventionsgesetzes in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern aller Krankenkassen und den für die Gesundheit tätigen Akteuren des Landes. Das Aktionsbündnis für Gesundheit M-V soll zur Umsetzung der Gesundheitsprozessziele des Landesaktionsplanes zur Gesundheitsförderung und Prävention beitragen. Hiermit wird eine Forderung und der Beschluss des 10. Altenparlaments an den Landtag und die Landesregierung M-V umgesetzt, an dem auch Professor Pratzel mitgewirkt hat.

Professor Pratzel ist schon seit vielen Jahren mit Vorträgen im Land tätig, um die Gesundheitskompetenz vorwiegend der Seniorinnen und Senioren zu verbessern. Kenntnisse zum gesundheitsdienlichen eigenen Verhalten sind eine Voraussetzung und tragen dazu bei, um Folgeschäden und Leiden im Alter oftmals zu vermeiden. Die Signale des eigenen Körpers besser zu verstehen ist hierbei ein wichtiges Anliegen. Dazu gehört das richtige und schnelle Verhalten bei einem Herzinfarkt oder das Erkennen eines Schlaganfalls.

Es ist aber auch ein notwendiges Anliegen, dass Nothilfemaßnahmen schnell zur Verfügung stehen. Sauerstoff und Geräte zur Reanimation sollten deshalb in ausreichender Reichweite überall verfügbar sein.

Viele Erkrankungen ließen sich vermeiden, wenn regelmäßige ärztliche Kontrollen genutzt werden, die von den Krankenkassen durch Bonusregelungen gefördert werden können. Aber auch der unnütze Verbrauch von Schmerzmitteln ist zu vermeiden und kann oftmals durch einfache Hausmitten ersetzt werden. Für viele Leiden stehen auch in den Kurorten völlig nebenwirkungsfreie Behandlungsmethoden zur Verfügung, die für die Gesunderhaltung genutzt werden können. Prof Pratzel war 12 Jahre Präsident der Weltorganisation für Kurortmedizin und verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz, um auch unsere Krankenkassen von adäquaten Behandlungsprogrammen an den Kurorten zu überzeugen.

Diskussion zu grundsätzlichen Fragen des sog. Klimawandels durch Treibhausgase

11 August 2018 von Helmut Pratzel 1 Kommentar »

Von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

Hier wird dargestellt worin der grundsätzliche Fehler der Erklärung des Potsdamer Instituts für den Klimawandel besteht. Es wird offengelegt, wie dort die Gesetze der Physik missachtet werden und damit die weniger mit der Physik vertraute Bevölkerung betrogen wird. Die Fehler des Potsdamer Instituts werden mit roten Einfügungen kommentiert.

Dr. Simone Groß

  1. Januar 2010 um 13:11 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Pratzel,

Vielen Dank für die Zusendung dieser interessanten Fragestellung. Wir freuen uns, dass Sie sich kritische Gedanken zum Thema Klimawandel machen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Professor Schellnhuber Fragen wie die Ihre nicht persönlich beantworten kann. Er hat mich daher gebeten Ihnen Auskunft zu geben.

Deshalb möchte ich Ihnen im Folgenden hier die physikalischen Grundlagen erläutern, die hoffentlich Ihre Fragen ausreichend beantworten.

Wie Sie bereits in Ihrem Schreiben erwähnt haben, ist die Troposphäre homogen durchmischt und es gilt der erste Hauptsatz der Thermodynamik.
Der Treibhauseffekt resultiert aus der Absorption der Treibhausgase im Infrarot-Bereich. Bei dieser Infrarot-Strahlung handelt es sich um die langwellige Ausstrahlung der Erdoberfläche, die eine Folge der kurzwelligen Einstrahlung des Sonnenlichtes darstellt.

Während diese IR-Strahlung von der Erdoberfläche aus in immer höhere Luftschichten gelangt, wird jeweils ein kleiner Teil dieser Strahlung von anwesenden Treibhausgasen absorbiert. Das entsprechende Treibhausgas-Molekül, das diese Strahlung absorbiert hat, kann sie wieder in eine beliebige Richtung abgeben (nein, nicht beliebig, sondern nur in die Richtung zum kälteren Weltraum, weil Wärmestrahlung nach dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik nur von kälteren Molekülen aufgenommen werden kann.) (also zum Teil zurück zur Erde, zum Teil in Richtung Weltraum) oder die Energie resultiert in einer höheren Geschwindigkeit des Moleküls, welches diese Energie über Kollisionen an seine Nachbarn abgibt und so zu einer Erwärmung (Diese Luftschicht kann nicht wärmer werden. Es kann nur das verteilt werden, was an Wärmeinhalt der vorhandenen Moleküle schon vorhanden ist. Es wird also nicht wärmer!) der jeweiligen Luftschicht führt.

Je höher man in der Atmosphäre gelangt, desto dünner (d.h. desto weniger Moleküle sind pro Volumen vorhanden) und desto kälter wird sie. Irgendwann erreicht die IR-Strahlung, die von der Erde kommt, eine Höhe, in der die Luft so dünn ist, dass die Strahlung ins All entweichen kann ohne noch weiter von Treibhausgasen daran gehindert zu werden.

Enthält die Atmosphäre nun mehr Treibhausgase, so enthalten alle Luftschichten entsprechend mehr Treibhausgase (wieso alle?) und absorbieren deshalb mehr IR-Strahlung – auch die oberste dünne Luftschicht. Deshalb verschiebt sich die Luftschicht, die letztendlich die langwellige Strahlung wieder ins All entlässt, nach oben. Diese noch höheren Schichten sind kälter und strahlen deshalb nicht so viel Energie ab. (Hier schleicht sich ein grundlegender logischer Fehler ein: Nur die Energieverteilung der von der Erdoberfläche kommenden Wärmemenge ändert sich, aber die Energie-(Wärme)menge nimmt nicht zu. Es entsteht ein Temperaturgradient, der in Richtung Weltall durch den kontinuierlichen Wärmetransport abnimmt. Letztendlich verschwindet die Wärmeenergie durch Strahlung in den Weltraum.)

Somit strahlt die Erde in ihrer Gesamtheit weniger Energie ab, als sie erhält. (Das ist unlogisch und deshalb falsch!) Die hohen Luftschichten strahlen ihre überschüssige Energie zum Teil auch nach unten ab, so dass sich dadurch tiefer liegende Luftschichten erwärmen (bis hinunter zur Erdoberfläche). (Das ist auch falsch, weil es unten wärmer ist und nach dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik Wärme nur von warm nach kalt transportiert werden kann) Um wieder ein Gleichgewicht herzustellen, müssen sich die oberen Luftschichten so lange erwärmen, bis sie so viel Energie ins All abstrahlen können, wie der Planet erhält.

Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie sich natürlich gerne nochmal an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Simone Groß

Anlieger sollen für die Straßensanierung aufkommen?

13 Mai 2018 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Zurzeit wird das Problem der Kostenbeteiligung an Straßensanierungsarbeiten für Anlieger in der Politik diskutiert.  Die ältere Generation könnte hierbei in besonders existenzielle Nöte gelangen, wenn nicht völlig neue finanzielle Regeln von der Politik verabschiedet werden, um die Bürger und auch die Kommunen zu entlasten.

Falls es gefordert werden sollte, dass auch die ältere Generation in den ländlichen Bereichen sich an Kosten der Straßensanierung beteiligen soll, kommen auf die meisten Bürger, die auf eigenen Grundstücken in ländlichen Altbauten allein wohnen und mit ihrer Rente gerade noch die laufenden Betriebskosten aufbringen, erhebliche Existenzprobleme zu, weil finanzielle Rücklagen in den geforderten Höhen nicht vorhanden sind.

Gerade die Straßendörfer sind davon betroffen in denen sich ältere Bürger sehr bemühen ihren Alterssitz aufrecht zu erhalten um der allgemeinen Landflucht zu widerstehen. Wir wollen, dass diese Dörfer erhalten bleiben. Würden die Dörfer zerfallen, wären auch keine Anlieger dort, die man für die Straßensanierung einbeziehen könnte. Trotzdem müssten die Straßen gepflegt und über andere Quellen erhalten werden.

„Wer zahlt schafft an“ muss auch hierbei gelten.

Es kann doch nur gerecht sein, wenn man dafür aufkommt, worauf man auch Einfluss und ein Mitspracherecht hat.

Jetzt soll der Anlieger für fremde Nutzer zahlen, die gegen seinen Willen die Straßen zerstören? Das kann doch wohl nicht richtig sein. Wenn ich zahlen soll, möchte ich auch mitbestimmen, wer mir den Schaden ersetzen muss. Deshalb erwarte ich, dass der Staat, als der Beauftragte für die Wahrnehmung meiner Anlieger-Interessen dafür Sorge trägt, die Kosten von den tatsächlichen Verbrauchern einzutreiben. Der einzelne Anlieger benutzt die Straße vor seinem Grundstück nur als Fußgänger, für seine Besucher und sein Auto. Die Hauptnutzung erfolgt durch den durchlaufenden Verkehr. Straßenschäden entstehen besonders durch die transportierten Tonnagen. Hauptverursacher sind die schweren LKWs und die schweren Fahrzeuge der Landwirtschaft, die beim Ausweichen auf nicht ausreichend breiten Straßen über die Bankette fahren und wesentlichen Anteil an der Straßenzerstörung insbesondere auch neuer Straßen haben, wie man es überall im Land erkennen kann.

Die Beteiligung an den Kosten der Verkehrswege müsste für alle Verkehrsteilnehmer sozial verträglich erfolgen. Zum überwiegenden Anteil könnte man z.B. die bereits vorhandenen Verkehrssteuern (Kfz- und Kraftstoffsteuern) nach den jeweiligen Tonnagen und Kilometerleistungen von deren Haltern einbeziehen. Wenn sich solche Kosten dann auf die transportierten Produkte der Wirtschaft auswirken, kann das nur gerecht sein.

Wir erwarten von der Politik eine erkennbare, nachvollziehbar gerechte Lösung zu schaffen.

Törpiner Projekt zur Gesundheitsbildung

5 November 2017 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Wer sein Leben auch im Alter weniger durch Altlasten seiner Verhaltensweisen zur eigenen Gesundheit belasten will, sollte sich an den Vortragsreihen des Törpiner Forums zur Gesundheitsbildung beteiligen. Folgende Vorträge bieten wir an:

„Risiko Herzinfarkt- worauf ist zu achten“
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Herzinfarkt – Welche Ernährung ist zur Risikoabwendung geeignet“
von Prof. Dr. Dr. Helmut G. Pratzel

„Badehygiene und Hautschutz“
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Wellness und Wellnepp“
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Keine Angst vor der Sonne“ Vortrag am 24.05.2018 um 15 Uhr Urania Neubrandenburg
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Ohne Radioaktivität kein Leben“
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Gesund und aktiv älter werden“ Vortrag am 25.02.2018 um 15 Uhr Urania, Neubrandenburg
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Gesundheit an der See tanken“
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Wetter, Klima, Mensch“ Vortrag am 16.08.2018 um 15 Uhr Urania Neubrandenburg
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Moor und Gesundheit“
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

„Wasser, das billigste Heilmittel“ Vortrag am 15.11.2018 um 15 Uhr Urania Neubrandenburg
von Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel

 

Bisher fanden Vorträge an folgenden Terminen statt:
15.04.2017 13 Uhr Parchim
28.04.2017 13 Uhr Ueckermünde
29.09.2017 18 Uhr Törpin
21.10.2017 10 Uhr Lindenberg
26.10.2017 10 Uhr Waren
09.11.2017 14 Uhr Altentreptow
14.11.2017 14 Uhr Neubrandenburg

Die Vortragsreihe wird fortgesetzt. Wir bitte um Nachricht an das Törpiner Forum (pratzel@toerpiner-forum.de), wenn dafür Bedarf besteht.

 

Digitale Gesundheitskompetenz

5 November 2017 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt, und Online-Informationen und mobile Anwendungen spielen im Gesundheitswesen eine wachsende Rolle. Zusammen mit diesen Änderungen werden Fähigkeiten zur Suche, Auswahl, Bewertung und Anwendung von Online-Gesundheitsinformationen und gesundheitsbezogenen digitalen Anwendungen immer wichtiger für die Bürger. Diese Fähigkeiten werden als „digitale Gesundheitskompetenz“ bezeichnet. Durch die Digitalisierung droht nun eine „digitale Kluft“ zu entstehen und es werden diejenigen benachteiligt, die die oben genannten Kompetenzen nicht besitzen. Ziel des Projektes IC-Health ist es, diese Hürden durch Kompetenzentwicklung abzubauen.

IC-Health ist ein Projekt zur Entwicklung einer Reihe von kostenlosen Online Kursen zur Verbesserung der digitalen Gesundheitskompetenz der europäischen Bürger. Es werden 35 Online-Kurse in den 8 am Projekt beteiligten Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich) aufgebaut. 780 Personen werden in die Mitgestaltung eingebunden und mindestens 1000 Personen sollen die Kurse testen. Dazu werden Informationen für 5 Gruppen ausgewählt:

  • Kinder 10-13 Jahre
  • Jugendliche 14-18 Jahre
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Ältere Menschen >60
  • Patienten mit Diabetes (Typ 1 und 2)

Es ist das Ziel, die Menschen in der Nutzung des Internets im Zusammenhang mit Gesundheit zu stärken und möglicherweise zu ermächtigen sich eigenständig Wissen anzueignen und das Selbstmanagement ihrer Gesundheit zu verbessern.

In Deutschland ist Herr Thomas Karopka (TKaropka@gmail.som) Tel. +491754370029 als Projektkoordinator zuständig.

In Greifswald hat sich bereits eine Projektgruppe am 02.12.2017 zu einem Workshop getroffen und sich für die Gesundheitskompetenz der Generation der über 60jährigen ausgesprochen. Dabei wurde das „Herz-Kreislauf-System“ als vordringlich ausgewählt. Von den Senioren hat sich Herr Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel zur Verfügung gestellt, um ein geeignetes System vorzuschlagen, das sich besonders an die schon bestehenden Möglichkeiten der Deutschen Herzstiftung anlehnt.

Bei der Deutschen Herzstiftung (www.herzstiftung.de) sind bereits Strukturen vorhanden, die von bedeutenden Kardiologen in Deutschland entwickelt wurden, um zu allen Fragen der Kardiologie für den Laien verständlich Stellung zu beziehen, wozu neben Herzinfarkt, Schlaganfall und Blutdruck auf alles eingegangen wird, was für das Herz-Kreislauf-System relevant ist. Die Deutsche Herzstiftung beantwortet veröffentlichte Fragen der Bürger, aus denen die Allgemeinheit wertvolle Schlussfolgerungen für das eigene Wissen entnehmen kann. Dieser Ansatz bietet einen geeigneten Einstieg für die eigene Gesundheitskompetenz und könnte dann durch das Projekt in alle europäischen Sprachen übersetzt werden. Damit hätte Deutschland als Vorreiter für dieses Projekt den Anfang gemacht. Bereits jetzt kann sich jeder über sein Telefon die APP der Deutschen Herzstiftung holen und bekommt monatlich Newsletter mit aktuellen Informationen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse unter der Nummer: +49 1579 2372784.

Wer sich für die entstehende Plattform zur Gesundheitskompetenz interessiert, kann sich im Internet über www.ichealthplatform.eu informieren.

Sollen Bußgelder den Haushalt sanieren helfen?

5 November 2017 von Helmut Pratzel Keine Kommentare »

Zum 500. Jahr nach Luthers Ablasskritik zum Bußgeldhandel des Papstes.

Im Luther-Jahr besinnt man sich gerne vergangener Fehler zur Erziehung damaliger christlicher Brüder bei Vergehen, die nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar waren. Mit Geld konnte man sich von seinen Sünden befreien lassen. Es war der Ablasshandel des Papstes, der damit seinen Reichtum verbesserte.

Auf die heutige Zeit übertragen befasst sich der Staat auch mit Erziehungsmaßnahmen der Bürger, die mit Bußgeldern zur Buße beordert werden. Die Bußgelder gehen heute nicht in den Haushalt des Vatikans, sondern in den Haushalt des Landkreises oder der Kommunen.

Worin besteht der Unterschied zwischen damals und heute, wobei Erziehung und Eigennutz nach gleichem Prinzip verknüpft werden?

Die Gefahr einer solchen Verknüpfung wurde schon vielfach erkannt und kritisiert. Der Staat ist bestrebt den Haushalt zu sanieren und hat freie Wahl dieses durch die Intensivierung von Erziehungsmaßnahmen mit mehr Kontrollen im Straßenverkehr zu erreichen. Bußgelder zur Erziehung im Straßenverkehr sind sinnvoll, aber die Kopplung an den Haushaltplan ist sozial-rechtlich fragwürdig und könnte verwerflichen Eigennutz nach Belieben unterstellen.

Deshalb wird eine Entkopplung vorgeschlagen, die schon bei den Geldstrafen durch die Gerichte praktiziert wird, indem der Erlös aus Bußgeldern allein für gemeinnützige Zwecke zu verwenden ist. Geeignet wäre auch eine Verteilung auf die freiwilligen Leistungen des Landkreises oder bei Bußgeldern der Städte auf die freiwilligen Leistungen der Kommunen.

Der Kreisseniorenbeirat wendet sich hiermit an alle Parteien des Landkreises mit dem Ziel einer sozial verträglichen Entscheidungsfindung.

In einer Diskussion mit dem Landrat wurde der Vorschlag für gut befunden. Als derzeitiges Problem wurde aber der noch nicht ausgeglichene Haushalt gesehen. Im Jahr 2020 soll darüber nochmal nachgedacht werden.