Projekt: Ausbildung von Törpiner Senioren-Technik Botschaftern für altersgerechte Assistenzsysteme

10 Juli 2013 von Helmut Pratzel Kommentieren »

 

STB_Flyer

Ein neues vom Bundesforschungsministerium (BMBF) genehmigtes Projekt wird vom 01.10.2013 bis 30.09.2014 vom Törpiner Forum umgesetzt.

Das Ziel des Projektes besteht in Anlehnung an das Train-the-Trainer-Modell darin, technikinteressierte Seniorinnen und Senioren, die bereits vielfältige Berührungspunkte oder Interesse an modernen Technologien haben, in sechs Teilmodulen darauf vorzubereiten, Vertretern ihrer Altersgruppe einen einfachen Zugang in die Thematik zu ermöglichen, sie praxisorientiert zu informieren und bei der zukünftigen Auswahl technischer Hilfsgeräte im Themenfeld des sogenannten Ambient Assisted Living (AAL) behilflich zu sein, ihnen kompetente Unterstützung von AAL-Fachleuten aus dem im Aufbau befindlichen Netzwerk zu vermitteln oder darüber hinaus als begleitender Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Diese Initiative adressiert im Allgemeinen:

  • Die Stärkung des selbständigen und selbstbestimmten Lebens.
  • Die Versorgung des ländlichen Raumes mit medizinischer Infrastruktur und Gesundheitsbildung.
  • Die Förderung des gesellschaftlichen Engagements.

Im Speziellen soll ein Pool von 20 Senior-Technik-Botschaftern als Multiplikator und Koordinator aufgebaut werden, der:

  • sich Wissen über verfügbare altersgerechte Assistenzsysteme aneignet,
  • AAL-Technologien für entsprechende Einsatzszenarien kennt,
  • einen Überblick zu Anwendungs- und Praxisbeispielen besitzt,
  • einen Ausblick auf zukünftige wissenschaftlich-technische Entwicklungen kennt und
  • auf ein stabiles Netzwerk fachkompetenter Berater und Organisationen sowie Vertreter der IT- und Gesundheitswirtschaft zurückgreifen kann.

Kooperieren wird hierbei das Töpiner Forum mit kompetenten Organisationen in M-V, die sich mit Dozenten an diesem Projekt beteiligen:

  1. Das Technologiezentrum Fördergesellschaft mbH Vorpommern (TZV) in Greifswald. Es wurde 1991 gegründet und ist eine wirtschaftsfördernde Einrichtung. Seit März 2013 verfügt das TZV über eine Ausstellung von Altersgerechten Assistenzsystemen (AAL), in der unterschiedliche AAL-Hersteller ihre Produkte präsentieren. Es dient sowohl der Information der Öffentlichkeit als auch der Durchführung von Laborseminaren und AAL-Testszenarien zu Schulungszwecken. In der Ausstellung sind verschiedene Notruf-Systeme, Assistenz- und Sensorsysteme im Haus, sowie diverse Geräte für den telemedizinischen Einsatz implementiert.
  2. BioCon Valley GmbH in Rostock. Unter dem Dach von BioCon Valley ist das Projektbüro Gesundheitswirtschaft der zentrale Ansprechpartner für Clustermanagements, Transfernetzwerke, Ernährungswirtschaft und Qualitätsstandards. Es unterstützt den Gesundheits- und Wohlfühlsektor des Landes durch Projekte zum Gesundheitstourismus, Gesundes Alter(n), Medical Wellness, Prävention und zur Rehabilitation. BioCon Valley unterstützt dabei das Kuratorium Gesundheitswirtschaft MV und seine fünf Strategiegruppen (www.kuratorium-gesundheitswirtschaft-mv.de) sowie die Landesregierung bei ihrem Ziel, Mecklenburg-Vorpommern national wie auch international als führendes Gesundheitsland zu positionieren,  wie beispielsweise im aktuellen EU-Projekt „Active for Life“ (www.active-for-life.eu), im skanbaltisch-baltischen Raum (www.scanbalt.org) oder auch in der Zusammenarbeit mit dem niederländischen Netzwerk HANNN (Healthy Ageing Network of Northern Netherlands, www.hannn.eu). Mit dem Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2020 wurden für die nächste Dekade konkrete Handlungsempfehlungen in fünf Gestaltungsfeldern für die Branchenentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern identifiziert. Dabei leitet BioCon Valley die Strategiegruppe des Gestaltungsfeldes Gesundes Alter(n) zur Unterstützung von Maßnahmen zur Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen für die ältere Bevölkerung, s. auch www.gesundes-altern-in-mv.de.
  3. IT-Initiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. in Roggentin. Die IT-Initiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. wurde als Interessenvertretung der regionalen IT-Branche im Januar 2005 auf Initiative mehrerer kleiner und mittelständischer IT-Unternehmen gegründet. Dem Branchenverband gehören Mitglieder aus IT-Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen des Landes an. In ihrem Bestreben, den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln und ein positives Klima für Technologieunternehmen zu schaffen, arbeitet die IT-Initiative MV eng mit dem Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern zusammen.Die IT-Branche Mecklenburg-Vorpommerns hat sich mit über 700 Unternehmen zu einem wichtigen regionalen Wirtschaftsfaktor entwickelt, der etwa 14.000 Menschen hochqualifizierte Arbeitsplätze im Land bietet. Die Branche ist durch viele innovative kleine und mittelständische Unternehmen geprägt, die in ihren Bereichen häufig zu den Marktführern zählen.
  4. Unterstützt wird das Projekt durch den Kreisseniorenbeirat Mecklenburgische-Seenplatte und den Landesseniorenbeirat M-V e.V. Weiterhin wird sich der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte begleitend an diesem Projekt beteiligen, wobei das Törpiner Forum ausgebildete Senioren-Technik Botschafter für ein kommunalen Projekt des Landkreises (Besser Leben im Alter durch Technik) ausbilden wird.

Folgende Module werden angeboten:

Modul 1: Grundlagen altersgerechter Assistenzsysteme

(theoretische Wissensvermittlung)

Schwerpunkt in diesem Modul ist die Vermittlung von Grundlagenwissen zu demografischen und sozioökonomischen Besonderheiten, die zur Entwicklung von altersgerechten Assistenzsystemen geführt haben. Es wird ein Überblick der verschiedenen Einsatzszenarien und möglicher technischer Hilfsmittel bzw. Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Dabei erhalten die Botschafter einen Einblick in die Entwicklung zukünftiger Wohn- und Versorgungsformen in Verbindung mit dem Einsatz innovativer Technologien.

Modul 2: Ethik, Recht und Datenschutz

(theoretische Wissensvermittlung)

Die Botschafter gewinnen einen Überblick über ethische Fragestellungen und rechtliche Herausforderungen beim Einsatz von Assistenzsystemen. Sie erhalten praxisnahe Informationen und Anregungen, die sie in die Lage versetzen, zu ethischen und rechtlichen Fragestellungen beim Einsatz von altersgerechten Assistenzsystemen zu informieren.

Modul 3: Prävention und Gesundheitsförderung im Alter

(theoretische Wissensvermittlung und praktische Anwendung)

Ausgehend von statistischen Erhebungen über die Häufigkeit, Kosten und Risiken von Alterserkrankungen werden Ansätze zur Gesundheitsstärkung, zur Reduzierung von Risikofaktoren und zur frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen dargestellt. In einem Workshop werden Fragen diskutiert wie: Was können Seniorenbotschafter, SeniorTrainer, leisten um die Motivation zu präventiven Strategien bei der älter werdenden Generation zu fördern?

Es wird die Notwendigkeit des Einsatzes von telemonitorischen Lösungen im ländlichen Raum erläutert und Strukturen vorgestellt, mit denen eine Verbesserung der medizinischen Versorgung vorgehalten werden kann. Geräte werden hierzu vorgeführt, wobei die Botschafter selbst Messungen ihrer Vitalfunktionen vornehmen können.

Modul 4: Sturz-, Notfall-, Demenz-, Diabetes-Überwachung

(theoretische Wissensvermittlung und praktische Anwendung)

Ursachen, Erkennung und präventive Strategien zur Risikosenkung durch Erkrankungen. Es werden die häufigsten Ursachen durch Ernährungsfehler und andere Fehlverhalten erläutert sowie ein Überblick über die Anwendung, Funktionsweise und Konfiguration von Geräten gegeben. Zum Training werden Geräte zur Sturzprophylaxe, Notfallmeldung, Demenz- und Diabetesüberwachung an die Botschafter zur Erprobung vor Ort und für eine bestimmte Nutzungsdauer zur Verfügung gestellt.

Modul 5: Hausüberwachung

(theoretische Wissensvermittlung und praktische Anwendung)

Computerkurse werden zum Training für sensorgesteuerte Gebäudetechniken durchgeführt. Die Teilnehmer werden mit neuen IT-Technologien vertraut gemacht, die geeignet sind, bei eingeschränkter Beweglichkeit in der eigenen Wohnung dennoch ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Zum Selbststudium werden didaktisch aufbereitete Lehrmaterialien mitgegeben. Den Teilnehmern stehen ganztägig 4 Arbeitsplätze zur Verfügung, die nach Anmeldung und Terminabsprache besetzt werden. Zur Anleitung steht eine Fachkraft des Vereins zur Verfügung.

Modul 6: Technik der Zukunft

(Exkursionen)

Die Senioren-Technik-Botschafter erhalten einen Einblick in zukünftige Technologien z. B. durch den Besuch des Future Labs der Universität Rostock sowie die Ausstellung des innovativen Hauses und der mobilen Wohnberatung der Handwerkskammer Schwerin.

 

 

 

 

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