Ackerbau, Viehzucht

Ackerbau und Viehzucht, die Lebensgrundlage der Slawen

Hauptsächlich betrieben die Slawen Ackerbau und Jagd, oder sie waren Fischer und Handwerker. Anfangs wurde der Boden mit einer Holzhacke bearbeitet. Mit der Viehhaltung wurden Hakenpflug und Eggen gebräuchlich und Ochsen, später Pferde, als Arbeitstiere eingesetzt.

Angebaut wurde Weizen, Roggen und Hirse sowie Lein zur Öl- und Fasergewinnung. Mit Sicheln und Sensen wurde die Frucht geschnitten, mit Stöcken gedroschen (Dreschflegel), in Handdrehmühlen, Hirsestampfern und Backtrögen weiterverarbeitet.

Gezüchtet wurden Rinder, Ziegen, Schafe, Schweine und Pferde. Das Pferd spielte eine bedeutende Rolle und hatte einen bis zu dreifachen Wert eines Rindes. Auf den slawischen Bauernhöfen gab es weiterhin Hunde und Katzen. An Geflügel wurden Hühner, Gänse und Enten gehalten. In den Wäldern wurden Hirsch, Reh, Bär, Wildschwein, Elch, Wisent, Hase, Biber und Dachs gejagt. Wegen ihres Felles stellte man Fuchs, Iltis, Luchs, Fischotter, Marder und Wildkatze nach. Im Wald wurden aus Holz und Rohrgeflecht gefertigte Bienenkörbe aufgestellt, um die Wildbienen auszubeuten.

In der weiteren Entwicklung gingen einzelne Bauerngruppen zum Handwerk über. Geschickte Menschen übernahmen die verschiedensten Handwerke. Es bildeten sich Töpfer, Schmiede, Zimmerleute, Drechsler, Kürschner, Gerber, Schiffs- und Brückenbauer heraus. Bis zum 10. Jh. wurden alle Leistungen im Tauschhandel durchgeführt.

Bodenfunde und freigelegte Wasserburgen zeugen von großem slawischem Können. Sie waren mit der Verarbeitung des reichlich vorkommenden Rasenerzes vertraut und brauchten kein Eisen zu kaufen. Der slawische Zimmermann beherrschte das Verzapfen, Verkeilen und Verdübeln und brauchte kaum einen Holznagel.

Seit dem 10. Jh. wurden Münzen geprägt oder Hacksilber als Währung verwandt. So kostete ein Pferd 300, eine Kuh 100, ein Schaf 25 und ein Messer 2,8 Gramm Silber. Da nicht alle Produkte im Stammesgebiet hergestellt werden konnten, entwickelte sich ein größerer Fernhandel, der aber mehr von fremdländischen Kaufleuten durchgeführt wurde. Man führte Mahlsteine vom Rhein und aus Thüringen, Waffen aus Frankreich, Tuch aus Friesland und Schmuck für die Oberschicht ein. Dafür gab man Pelze, Honig, Wachs, Vieh, Getreide, Fisch und Salz.

Es wird vermutet, dass zur wendischen Zeit das heutige Gehmkow schon eine „alte Dorfstelle“ besaß. Man vermutet an dieser von Moor umgebenen Stätte das wüste „Stolzow“.

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