Ämter

Eine Beschreibung des Demmin-Treptowschen Kreises.[1]

Staatsdomänen: Bis auf die Epoche des Tilsiter Friedens 1807, dessen Schnitterungen eine vollständige Umwandlung im Staatsverwaltungswesen zur Folge hatten, bestanden auch noch einige Jahre später, im damaligen Demmin-Treptowschen Kreise 4 landesherrliche Domänenämter, nämlich:

  1. Amt Verchen mit 8 Dörfern, 5 Vorwerken als Borrentin, Pentz, Selz, Trittelwitz und Verchen und 3 Mühlen.
  2. Amt Treptow mit 12 Dörfern, 5 Vorwerken als Bollentin, Keßin, Klein Teetzleben, Treptow, dessen Gebäude in der Stadt dieses Namens lagen und Wildberg, nebst 9 Mühlen.
  3. Amt Lindenberg mit 15 Dörfern und einem Dorf-Antheile, 7 Vorwerken als Gehmkow, Gnevzow, Grammentin, Kenzlin, Lindenberg, Schwichtenberg und Wolkwitz, nebst 4 Mühlen.
  4. Amt Loitz mit 6 Dörfern und einem Dorf-Antheile, 7 Vorwerken als Kletzin, Pensin, Quitzerow, Sophienhof, Ückeritz, Wüstenfelde und Zeitlow, nebst 1 Mühle.
  5. Amt Klempenow mit 14 Dörfern
  6. Amt Stolpe

Von 6 Ämtern wurden 4 aufgelöst.

1862 bleiben bestehen: Amt Verchen mit 28 Dörfern und 5 Vorwerken und Amt Klempenow mit 29 Dörfern und 7 Vorwerken

Beschreibung von Gehmkow: Gehmkow, ritterschaftlich, kreistagsberechtigtes Rittergut, 1¼ Meile von Demmin gegen Süden, ganz nahe bei Kaslin, und an der Landstraße von Verchen nach Klempenow, hat in seiner Feldmark, durch die der gesamte Augraben fließt, einen niedrig gewölbten Boden, von dem es im vorigen Jahrhundert hieß: „Er ist zwar nur leicht und zum Teil ganz sandig, trägt aber doch, weil viel Heu gewonnen wird und die verhältnismäßige Anzahl des Viehes vielen Dünger gibt, ziemlich zu.“ Das Gut, dessen Umfang damals zu 1450 Morgen angenommen wurde, worunter dem Anscheine nach nur das unterm Pfluge befindliche Land zu verstehen war, hat ein Areal von 834 Morgen 108 Ruten, und zwar Ackerfeld 1415 Morgen 146 Ruten; Gräser 230 Morgen 134 Ruten; Hütung 43 Morgen 46 Ruten; Gartenland 22 Morgen 31 Ruten; Holzung, nur in Bruchholz bestehend 86 Morgen 39 Ruten; Teiche 5 Morgen; Gebäude und Hofräume 8 Morgen 29 Ruten; Wege und unnutzbares Land 23 Morgen 53 Ruten. Das Gut wird in 7 Schlägen mit vier Korn- und einer Ölfrucht bewirtschaftet. Die Wiesen sind zweischurig und teilweise zu entwässern. Die Gartennutzung ist unbedeutend, bloß auf den Hausbedarf berechnet. Zum Viehstand gehören 28 Pferde und 10 Füllen von der Landzucht, 72 Kühe ostfriesischen Schlages, 1050 Schafe vom Negretti-Stamm, und 79 Schweine, zur Hälfte von der Essex-, zur anderen Hälfte von der großen englischen Race. Die Feldmark liefert Mergel, der zur Verbesserung, und Torf, der als Brennmaterialien-Bedarf des Gutes ausgebeutet wird. Gehmkow hat 5 Feuerstellen mit 109 Einwohnern, die außer 2 Verwalter- aus 17 Tagelöhner-Familien bestehen und nach Hohenbollentin eingepfarrt sind. Das Gut war 1418 im Besitz Hermann von Pentz, der es an Klaus Drake verkaufte, 1663 im Besitz des Schlossgesessenen Jürgen von Platen und in der Folge bis ins gegenwärtige Jahrhundert ein landesherrliches Vorwerk des Amts Lindenberg, wurde aber bei der Auflösung dieses Amtes veräußert und ging in Privatbesitz über. Die Dienste auf dem Vorwerk wurden von 5 Bauern aus dem Dorfe Beggerow und von 2 alten Voll- und 2 Halbbauern aus dem Dorfe Kaslin geleistet, weil die übrigen in diesen Dörfern befindlichen Bauern schon damals vom Naturaldienste befreit waren. Gegenwärtiger Besitz des Rittergutes Gehmkow ist ein Mitglied der Familie von Pressentin, welche in Mecklenburg ihre Heimat hat in Prestien, früher Pressentin genannt. Dort wird sie zuerst im Jahre 1397 angeführt. Im unmittelbaren Anschlusse mit dem Rittergute, oder Vorwerke, wie dasselbe aus alter Gewohnheit auch heute noch bezeichnet zu werden gepflegt, lag bis auf die neueste Zeit eine Büdnerstelle, die man landesherrlich Gehmkow nannte, in der statistischen Tabelle für 1862 aber nicht mehr aufgeführt wird. Mutmaßlich ist sie seit 1858 eingegangen und mit dem Rittergute verschmolzen. Außerdem gehört zu Gehmkow eine Ölmühle, welche 1731 erbaut worden ist, und seither einen Jahreszins an den Domainen-Fiscus zum Amte Verchen zu zahlen hatte. Gehmkow grenzt mit Kaslin, Beggerow, Schwichtenberg, Hohenbollentin, Törpin und Sarow zusammen. Der oben erwähnte Augraben kommt aus dem Ivenackschen See in Mecklenburg, geht durch Lindenberg nach Gehmkow, von hier nach Ganschendorf und fällt in die Tollense.

Tabelle: Statistik aus dem Jahre 1866 nach einer Zählung von 1864

Gehmkow Rittergut
Gemeindeverband Gut
Polizeibezirk Amt Verchen
Pfarrbezirk Hohenbollentin
Gerichtsbezirk Demmin
Gebäude gesamt 15, davon private Wohnhäuser 5
Bevölkerung 108

Tabelle: Statistik aus dem Jahre 1935

Amtsgericht Demmin
Reichsbahnstation Sternfeld
Kleinbahnstation Gehmkow
Telegrafenstation Törpin
Gendarmeriestation Gendarmerie-Hauptwachtmeister Löschke in Lindenberg
eingepfarrt nach Hohenbollentin
Schule Kaslin
Standesbeamter Büttner, Alt-Kentzlin
Wohnhäuser 7
Areal 477 ha
Rindviehkontrollverein und Augrabengenossenschaft Vorsitzender von Heyden-Linden
Amtsvorsteher Schmock, Kaslin
Bürgermeister Karl Asmus, Kaslin
Ortsgruppenleiter der NSDAP Schmock, Kaslin
Ortsbauernführer Max Schmidt, Kaslin

[1] Aus dem „Landbuch von Pommern und Rügen“ II. Teil Band I. (1865 von Berghaus)

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