Bürgerbus Demminer Land

Das Projekt „Bürgerbus Demminer Land“ hat Erkenntnisse über den derzeitigen Wunsch der Bürger zur Ergänzung von alternativen Mobilitätsangeboten ergeben. Es hat sich gezeigt, dass es Regionen gibt, die einen hohen Bedarf anmelden und andere, wo offenbar alles OK ist. Eine solche Befragung ist für Verkehrsplanungen in anderen Regionen dringend erforderlich und weiterzuführen.

Allerding kann man feststellen, dass viele Bürger nicht an ihre Zukunft denken und sich mit ihren derzeitigen Möglichkeiten ein eigenes Auto oder jetzt noch vorhandene Mitfahrgelegenheiten auch zukünftig nutzen zu können, bei solchen Frageaktionen nicht beteiligen. Das bedeutet man muss solche Frageaktionen zur Aktualisierung der Mobilitätsplanung öfter wiederholen.

  1. Erhebungszone

Am Anfang der Realisierungsuntersuchung stand die Evaluierungsphase; deren Kern bildete die flächendeckende Erhebung des Personenbeförderungsbedarfs im Amtsbereich Demmin Land, deren Auswertung sowie eine die Entscheidungsfindung zur vorbereitenden Bewertung des Befragungsergebnisses.

  1. Geografische und demografische Basisdaten des Erhebungsgebiets (Auszug)

1. Fortgangsbericht-Bild1

  1. Quantitative Auswertung der Bedarfserhebung

Die Flächendeckung der Erhebung darf durch die Geografie des Rückläuferaufkommens (siehe folgende Grafik) als gegeben gelten.

Randlagen der Hansestadt Demmin (siehe unten) wurden wegen der mit dem Umland sachgleichen Mobilitätsanforderungen in das Erhebungsgebiet aufgenommen.

1. Fortgangsbericht-Bild2

Betrachtet man die Rückläuferquote in Verbindung mit der Bedarfsanzeige von gerade einmal 164 Haushalten, so spiegelt dies nicht die durch die Einwohner gegenüber ihren Mandatsträgern und den Medien geäußerte Unzufriedenheit mit den derzeitigen Beförderungsangeboten wider. Diese Diskrepanz darf jedoch insofern als unbeachtlich gelten, als die konkreten Bedarf anmeldenden Befragten über die gesamte Erhebungsfläche verteilt sind (siehe folgende Grafik) und bei entsprechendem Beförderungsangebot ein „Sogeffekt“ zu erwarten wäre. Vor dem Hintergrund der zurzeit prognostizierten demografischen Entwicklung darf zudem angenommen werden, dass sich der tatsächliche Beförderungsbedarf auch auf der Zeitachse erhöhen wird.

1. Fortgangsbericht-Bild3

  1. Qualitative Auswertung der Bedarfserhebung

Das Ergebnis der Erhebung wurde bezüglich des daraus (konkret gemeldeten) Mobilisierungsbedarfes durch die Universität Rostock ausgewertet und mittels eigens hierfür entwickelter Software statistisch und grafisch darstellbar gemacht.

Insbesondere die grafische Darstellungsform macht deutlich dass der Bedarf an Personennahverkehr im Amtsbereich Demmin in der gesamten Fläche besteht. Und zwar nach Ort und Tageszeit in unterschiedlichster Ausprägung – wie aus den beiden nachstehenden Grafiken exemplarischen zu entnehmen ist.

1. Fortgangsbericht-Bild4

1. Fortgangsbericht-Bild5

  1. Ergebnis der Evaluierung und weitere Vorgehensweise

Mit Blick auf die erstellten Bewegungsprofile darf festgestellt werden, dass der tatsächliche Beförderungsbedarf durch das bisherige, relativ starre Bedienmodell des ÖPNV nicht ausreichend gedeckt werden kann. Ebenso darf die Schlussfolgerung gezogen werden, dass – realistisch betrachtet – kein konventionelles ÖPNV-Beförderungsmodell finanzierbar sein wird, welches den angemeldeten und insbesondere den zukünftig zu erwartenden Bedarf vollumfänglich decken kann.

Neben diesem nunmehr erstmals empirisch geführten Beweis sind die gewonnenen Erkenntnisse geeignet, die Überlegungen zum Einsatz eines Bürgerbusses und zum koordinierten Anbieten von Mitfahrgelegenheiten sowie zu Möglichkeiten zu deren Vernetzung mit dem ÖPNV zu unterstützen. Sie bilden daher die Grundlage für die Suche nach Möglichkeiten des weiteren Handelns, insbesondere für die Auswahl und Betrachtung problem- und zielgleicher Lösungsansätze von bereits bestehenden Projekten zur Verbesserung der Mobilität in ländlichen Räumen.

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