Info-Bus für Senior-Technik-Botschafter

Hintergrund/Ausgangssituation/Anlaß

Das Törpiner Forum e. V. hatte am 01.10.2013 für ein Jahr ein Projekt des Bundesministeriums für Forschung und Bildung genehmigt bekommen um sog. Senioren-Technik-Botschafter auszubilden. Dieses Projekt soll zur Verbreitung altersgerechter Assistenzsysteme dienen, die für ältere Menschen einsetzbar sind. Studien verweisen darauf, dass vor allem ein längeres, sicheres und selbstbestimmtes Leben im eigenen Heim entscheidend zur Erhöhung der Lebensqualität der Senioren beiträgt. Insbesondere auf dem Lande, wo die ärztliche Versorgung zunehmend Mängel entstehen lässt, können Selbsthilfe-Systeme hilfreich sein. Senioren-Technik-Botschafter sollen unzureichende Informationen ausräumen, um vor allem der älteren Generation mit wenig persönlichen Erfahrungen zu helfen, um über Einsatzmöglichkeiten und Nutzen entscheiden zu können oder sich auf die Nutzung dieser neuen Technologien einzulassen.

Diese Initiative adressiert im Allgemeinen die Stärkung des selbständigen und selbstbestimmten Lebens, die Versorgung des ländlichen Raumes mit medizinischer Infrastruktur und Gesundheitsbildung, die Förderung des gesellschaftlichen Engagements.

Der Autor dieses Beitrages hat im Rahmen des Projektes „Törpiner-Senior-Technik-Botschafter“ des Törpiner Forums 20 Personen mit folgendem Ergebnis ausgebildet:

  • Wissen über verfügbare altersgerechte Assistenzsysteme,
  • Kenntnisse über AAL-Technologien für entsprechende Einsatzszenarien,
  • Überblick zu Anwendungs- und Praxisbeispielen,
  • Ausblick auf zukünftige wissenschaftlich-technische Entwicklungen
  • Nutzung eines stabilen Netzwerkes fachkompetenter Berater und Organisationen sowie Vertreter der IT- und Gesundheitswirtschaft.

Das Ziel des damaligen Projektes war in Anlehnung an das Train-the-Trainer-Modell darin, technikinteressierte Seniorinnen und Senioren, die bereits vielfältige Berührungspunkte oder Interesse an modernen Technologien haben, in sechs Teilmodulen darauf vorzubereiten, Vertretern ihrer Altersgruppe einen einfachen Zugang in die Thematik zu ermöglichen, sie praxisorientiert zu informieren und bei der zukünftigen Auswahl technischer Hilfsgeräte im Themenfeld des sogenannten Ambient Assisted Living (AAL) behilflich zu sein, ihnen kompetente Unterstützung von AAL-Fachleuten aus dem im Aufbau befindlichen Netzwerk zu vermitteln oder darüber hinaus als begleitender Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Bedingt durch die Komplexität der Einsatzszenarien wurden neben der Wissensvermittlung im technisch-technologischen Bereich auch ergänzende Inhalte in den Bereichen Ethik, rechtliche Rahmenbedingungen und Datenschutz thematisiert.

Das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern bietet mit seinen demografischen Besonderheiten hierfür augenscheinlich nicht nur „Idealbedingungen“, sondern verlangt nahezu nach einer solchen Initiative. Neben dem gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement der Senioren-Technik-Botschafter kann mit dem Törpiner Projekt allgemein ein weiterer Impuls für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von hilfebedürftigen Seniorinnen und Senioren gegeben werden und im speziellen Fall von Törpin zur Existenzbewältigung der älteren Generation im ländlichen Raum beigetragen werden.

Partner dieses Projektes waren das Technologiezentrum Fördergesellschaft mbH Vorpommern (TZV) in Greifswald, die Firma BioCon Valley GmbH in Rostock und die IT-Initiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. aus Roggentin. Unterstützt wurde das Projekt durch den Kreisseniorenbeirat Mecklenburgische-Seenplatte und den Landesseniorenbeirat M-V e.V..

Zur Vermittlung von Informationen über die Funktionsweise und Nutzbarkeit von altersgerechten Assistenzsystemen ist ein technisches Grundverständnis zwingend notwendig. Aus diesem Grund wurden spezielle Voraussetzungen an die Teilnehmer gestellt. Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien, pädagogische und technische Kompetenzen (z. B. pensionierte Lehrer, Ingenieure) sowie Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement.

Während der Projektlaufzeit wurden zwei Gruppen, mit jeweils 10 interessierten Senioren zum Senioren-Technik-Botschafter ausgebildet. Zu den adressierten Zielgruppen gehören in erster Linie die Seniorinnen und Senioren, aber auch Familienangehörige und pflegende Angehörige und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der ambulanten und stationären Pflege, sowie Verantwortliche aus Pflegestützpunkten, Hausärzte sowie Wohnungsgesellschaften, die durch ein bestehendes Umfeld auf eine größere Gruppe von Menschen Einfluss nehmen können.

In einem Modul wurde die Prävention und Gesundheitsförderung im Alter, ausgehend von statistischen Erhebungen über die Häufigkeit, Kosten und Risiken von Alterserkrankungen vermittelt, sowie Ansätze zur Gesundheitsstärkung, zur Reduzierung von Risikofaktoren und zur frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen dargestellt. Es wurde die Notwendigkeit des Einsatzes von telemonitorischen Lösungen im ländlichen Raum erläutert und Strukturen vorgestellt, mit denen eine Verbesserung der medizinischen Versorgung vorgehalten werden kann.

Es wurden Geräte vorgeführt und zur praktischen Erprobung durch Messung der eigenen Vitalfunktionen genutzt. Hierzu gehörten Geräte der Telemedizin, zur selbständigen EKG-Messung und Auswertung, zur Blutdruckmessung, Messung zur Blutgerinnung, des Blutzuckers, der Einsatz des Defibrillators bei Herzstillstand. Es wurden die Ursachen und Warnsignale von Herzinfarkt, Schlaganfall, Venenleiden und Diabetes erklärt und Hinweise zur Prävention gegeben. Zur regelmäßigen Einnahme von Tabletten wurde ein Tablettenautomat vorgestellt. Alle Senior-Technik-Botschafter wurden als Ersthelfer ausgebildet.

In einem weiteren Modul ging es um die Sturz-, Notfall-, Demenz-, Diabetes-Überwachung. Es wurden Ursachen, Erkennung und präventive Strategien zur Risikosenkung durch Erkrankungen besprochen und die häufigsten Ursachen durch Ernährungsfehler und andere Fehlverhalten erläutert sowie ein Überblick über die Anwendung, Funktionsweise und Konfiguration von Geräten gegeben. Zum Training wurden Geräte zur Sturzprophylaxe, Notfallmeldung, Demenz- und Diabetesüberwachung an die Botschafter zur Erprobung vor Ort und für eine bestimmte Nutzungsdauer zur Verfügung gestellt.

Ziele und Zielgruppen

Mit der Verbreitung des Ausbildungsinhaltes können wir vielen älteren Menschen die Angst nehmen, technische Geräte in ihrem Lebensumfeld einzusetzen und können sie gleichzeitig über geeignete Modelle in verschieden aufbereiteten Szenarien informieren. Hierzu beteiligen sich Senior-Technik-Botschafter regelmäßig an Ausstellungen und Messen und halten Vorträge vorwiegend für die ältere Generation.

Durch einen rasanten technischen und wissenschaftlichen Fortschritt ist für diese Branche eine bedeutsame Entwicklung erkennbar. Senior-Technik-Botschafter müssen deshalb eine ständige Weiterbildung erfahren, um ihrer Aufgabe zur aktuellen Verbreitung dieses Wissens gerecht zu werden. Durch Beteiligung und Mitgliedschaft bei verschiedenen Selbsthilfeorganisationen (Deutsche Herzstiftung, Deutsches Rotes Kreuz, Behindertenverbände, Pflegeorganisationen u.a.) entstehen Gelegenheiten, um technischen Fortschritt sofort für praktische Aufgaben des betroffenen Personenkreises nutzbar zu machen. Zusätzlich wollen wir in Themen zur Gesundheitsbildung u. a. folgende Inhalte vermitteln:

Hilfe zur medizinische Selbsthilfe unterstützt die Versorgung im Flächenland

Im ländlichen Bereich ist die medizinische Selbsthilfe ein wichtiger Faktor der Gesundheitsversorgung. Diese wird sich künftig durch telemedizinische Einrichtungen zu einem zukunftsträchtigen Versorgungssystem des Flächenlandes entwickeln. Neben der ärztlichen Begleitung werden hierbei vermehrt medizinische Hilfsberufe und Pflegekräfte einbezogen. Vor allem bei älteren Menschen in Gegenden, die vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten sind, stellt sich die Frage nach der Selbsthilfe und der Möglichkeit der Weiterbildung bei einfachen medizinischen Zusammenhängen. Damit wird einerseits die übertriebene Angst bei harmlosen Beschwerden, aber auch das rechtzeitige Agieren bei vitalen Problemen gefördert. Eine Entlastung des Gesundheitswesens kann die Folge sein. Senior-Technik-Botschafter sind ausgebildet, um wichtige Maßnahmen der medizinischen Selbsthilfe zu verbreiten.

Vorgesehen sind Vorträge für Laien und Weiterbildung der Senior-Technik-Botschafter. Hierbei sind folgende Themen vorgesehen:

  1. Selbsthilfe bei Diabetesproblemen – ein wenig bekanntes konkretes Beispiel

Die Nutzung von Kohlensäure und Kohlendioxid ist u.a. geeignet zur Behandlung von

  • Mikrozirkulationsstörungen der Haut
  • Trophisch bedingte Ulcera der Haut, von venösen Ulcera
  • Dekubitus

Durch die Penetration von CO2 durch die Haut kommt es zu einer Durchblutungssteigerung (Vasodilatation und Vasomotionssteigerung) der peripheren Gefäße. Bei offenen Wunden fördert die bessere Durchblutung den Heilungsprozess und die Kohlensäure bewirkt zusätzlich eine erwünschte pH-Verschiebung in der alkalischen Wundzone zum sauren Bereich sowie eine Reinigung zur Förderung des Heilungsprozesses.

Wenig bekannt ist die Möglichkeit zur Nutzung solcher Wässer im eigenen Haushalt, weil die technischen Möglichkeiten zur Anwendung (auch bei Ärzten) nicht bekannt sind. Die Senior-Technik-Botschafter bekommen hiermit eine Möglichkeit der Verbreitung dieser Technik. Insbesondere leiden ältere Menschen oftmals an schlecht heilenden Wunden und offenen Beinen, die teilweise durch Diabetes bedingt sind. Hierbei kann mit Kohlensäurewässern eine nützliche Selbsthilfe erreicht werden.

Die Anwendung der Kohlensäurebäder ist nicht nur auf Einrichtungen der Kurorte beschränkt. Es wurde gezeigt, dass auch mit kleinen Mengen Kohlensäurewasser sinnvolle medizinische Erfolge zu erreichen sind. Solche Heilwässer sind zum Trinken im Getränkemarkt zu bekommen und können mit einem Volumen von 1 Liter Wasser ausreichend zur Bespülung eines Bereiches am Unterschenkel genutzt werden, wenn man die in den Abbildungen dargestellte Technik einsetzt. Die Konzentration sollte mindestens 2 g CO2/ Liter sein. Im Handel sind Konzentrationen von 4,5 g/Liter erhältlich. Alkalische Bikarbonat-haltige Wässer sind dazu nicht geeignet.

Das Wasser wird in einen Plastikbeutel geschüttet, der Fuß hineingestellt und der Fuß zusammen mit dem Plastikbeutel in eine kleine Wanne gestellt, die so viel Wasser enthält, dass das Kohlensäurewasser bis in den Wundbereich durch Verdrängung hochsteigen kann (siehe Abbildungen). Man badet etwa zweimal täglich mit frischem CO2-Wasser bis sich die Wunde allmählich in vielen Fällen sogar schließt.

Aufwendige und kostenintensive Maßnahmen der ärztlichen Versorgung sind dadurch oftmals entbehrlich.

Literatur:

Toriyama T, Kumada Y, Matsubara T, Murata A, Ogino A, Hayashi H, Nakashima H, Takahashi H, Matsuo H, Kawahara H: Effect of artificial carbon dioxide foot bath on critical limb ischemia (Fontaine IV) in peripheral arterial disease patients, Int Angiol 21: 367-73, 2002

Abbildungen:

Das Fußbad mit 1 Liter CO2-Wasser aus dem Getränkemarkt

Praktische Anordnung zur Nutzung eines geringen Volumens zum Fußbad

Hyperämie nach CO2-Bad

 

  1. Selbstmessung des EKG und Beurteilung kritischer und harmloser Ergebnisse

Es gibt einfache und sehr genaue EKG-Geräte (z.B. Prince 180B von Heal Force, Cardio24 von Daily Care u.a.) mit denen Handmessungen an beliebigen Körperstellen durchgeführt werden können. Dabei lassen sich Rhythmus-Störung und ST-Senkungen oder -Hebungen erkennen. Das Risiko an einem nicht erkannten Herzinfarkt zu sterben kann damit deutlich reduziert werden. Es soll das Wissen über Zusammenhänge der Herzfunktion und das Verständnis für Notwendige Medikamente und Arztbesuche vermittelt werden. Mit Hilfe des PC lassen sich alle Aufzeichnungen Dokumentieren und als Information an den Arzt weiterleiten. Dabei sind auch Langzeitmessungen der Herzfunktion selbständig durchführbar.

 

EKG-Gerät zur Selbstmessung

Zur praktischen Wissensvermittlung wurden Workshops und Vorträge zur Erprobung von Geräten zur Selbstmessung durchgeführt. Bisher wurden Vorträge zum Thema „Risiko Herzinfarkt und Schlaganfall“ in folgenden Orten gehalten und dabei Botschafter ausgebildet, die bisher den gesamten Bereich des Landes Mecklenburg-Vorpommern abdecken können: Zusätzlich wurden in einigen Orten auch Vorträge gehalten die einen gesunden Lebensstil und psychologische Hilfen zur Eigenbewältigung falschen Gewohnheiten vermitteln.

Ueckermünde am 15.03.2017 zur Regionalkonferenz-Ost des Landesseniorenbeirates-MV

Parchim am 22.03.2017 zur Regionalkonferenz-West des Landesseniorenbeirates-MV

Lindenberg am 14.10.2017 zum Lindenberger Gesundheitstag

Waren am 26.10.2017 zum Gesundheitstag Seniorenbeirat Waren

Altentreptow am 09.11.2017 beim Seniorenverein Altentreptow

Neubrandenburg am 14.11.2017 beim Seniorenbeirat Neubrandenburg

 

  1. Risiken und Nutzen durch Sonnenschutzmittel

Neue Erkenntnisse zu den Ursachen der Melanom-Entstehung wurden in Vorträgen vermittelt. Es wurde der Zusammenhang von Eigenschutz und Hauttyp vermittelt. Welche Maßnahmen zum Sonnenschutz sind geeignet und welche Substanzen sollte man meiden. Welchen Einfluss hat die Sonne und was ist im Hochgebirge zu erwarten. Was passiert in den Solarien.

Melanome entstehen durch UV-A

  1. Wellness und Wellnepp

Wellness ist zu einem Begriff geworden, der vorwiegend dem wirtschaftlichen Nutzen der Anbieter dient, aber oftmals das ursprüngliche Ziel einen nachhaltigen Nutzen zu vermitteln verloren hat. Aus „wellbeing“ ist „wellfeeling“ geworden, das nennt man Wellnepp. Im Hinblick auf den Verbraucherschutz versuchen wir auf den Unterschied zwischen nachhaltig nutzenden Angeboten und den nur momentan angenehmen Behandlungen hinzuweisen. Es soll ein Beitrag zum besseren Erkennen und Verstehen von gesundheitsdienlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem Begriff Wellness vermittelt werden. In einer Pressenotiz war zu lesen:“ Eine gnadenlose Vermarktung führe zu maximaler Orientierungslosigkeit des Verbrauchers, selbst Banalitäten und Selbstverständlichkeiten wie barfuß Laufen würden zwecks Anhebung der Preise als Wellness-Besonderheiten tituliert. Das sei nationale Volksverdummung im großen Stil.“ Auch einige Ernährungsempfehlungen, die insbesondere Diabetes-gefährdete Personen betreffen sind als Wellnepp abzulehnen.

Weitere Vorträge zur Gesundheitsbildung werden regelmäßig im Internet bei www.toerpiner-forum.de angekündigt. Eine dort aufgebaute Gesundheitsplattform erlaubt es geeignetes Lehrmaterial herunterzuladen und zu verbreiten.

  1. Digitale Gesundheitskompetenz

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt, und Online-Informationen und mobile Anwendungen spielen im Gesundheitswesen eine wachsende Rolle. Zusammen mit diesen Änderungen werden Fähigkeiten zur Suche, Auswahl, Bewertung und Anwendung von Online-Gesundheitsinformationen und gesundheitsbezogenen digitalen Anwendungen immer wichtiger für die Bürger. Diese Fähigkeiten werden als „digitale Gesundheitskompetenz“ bezeichnet. Durch die Digitalisierung droht nun eine „digitale Kluft“ zu entstehen und es werden diejenigen benachteiligt, die die oben genannten Kompetenzen nicht besitzen. Das Törpiner Forum mit seinen Senior-Technik-Botschaftern beteiligt sich aktiv an einem internationalen Projekt IC-Health, um diese Hürden durch Kompetenzentwicklung abzubauen.

IC-Health ist ein Projekt zur Entwicklung einer Reihe von kostenlosen Online Kursen zur Verbesserung der digitalen Gesundheitskompetenz der europäischen Bürger. Es werden 35 Online-Kurse in den 8 am Projekt beteiligten Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich) aufgebaut. 780 Personen werden in die Mitgestaltung eingebunden und mindestens 1000 Personen sollen die Kurse testen. Dazu werden Informationen für 5 Gruppen ausgewählt:

  • Kinder 10-13 Jahre
  • Jugendliche 14-18 Jahre
  • Schwangere und stillende Frauen
  • Ältere Menschen >60
  • Patienten mit Diabetes (Typ 1 und 2)

 

Es ist das Ziel, die Menschen in der Nutzung des Internets im Zusammenhang mit Gesundheit zu stärken und möglicherweise zu ermächtigen sich eigenständig Wissen anzueignen und das Selbstmanagement ihrer Gesundheit zu verbessern.

In Greifswald hat sich bereits eine Projektgruppe am 02.und 30.11.2017 zu einem Workshop getroffen und sich für die Gesundheitskompetenz der Generation der über 60jährigen ausgesprochen. Dabei wurde das „Herz-Kreislauf-System“ als vordringlich ausgewählt. Von den Senioren hat sich Herr Prof. Dr. Dr. Helmut Pratzel zur Verfügung gestellt, um ein geeignetes System vorzuschlagen, das sich besonders an die schon bestehenden Möglichkeiten der Deutschen Herzstiftung anlehnt.

Bei der Deutschen Herzstiftung (www.herzstiftung.de) sind bereits Strukturen vorhanden, die von bedeutenden Kardiologen in Deutschland entwickelt wurden, um zu allen Fragen der Kardiologie für den Laien verständlich Stellung zu beziehen, wozu neben Herzinfarkt, Schlaganfall und Blutdruck auf alles eingegangen wird, was für das Herz-Kreislauf-System relevant ist. Die Deutsche Herzstiftung beantwortet veröffentlichte Fragen der Bürger, aus denen die Allgemeinheit wertvolle Schlussfolgerungen für das eigene Wissen entnehmen kann. Dieser Ansatz bietet einen geeigneten Einstieg für die eigene Gesundheitskompetenz und könnte dann durch das Projekt in alle europäischen Sprachen übersetzt werden. Damit hätte Deutschland als Vorreiter für dieses Projekt den Anfang gemacht.

Die Senior-Technik-Botschafter wollen sich besonders um die Gruppe der Älteren kümmern, die einen Kontakt zum Internet und PC nicht wahrnehmen wollen, aber bereits einen Fernseher mit USB-Anschluss haben. Durch die Verbreitung von Videos und Vorträgen mit USB-Sticks als mp4-Dateien ist Lehrmaterial auch für Diejenigen nutzbar, die den Anschluss an moderne Technologien nicht schaffen.

Darstellung der Projektergebnisse

Das Ergebnis des Projektes ist mit einer umfassenden Wissensverbreitung bei den Seniorinnen und Senioren im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern festzustellen und mit Darstellung der Teilnehmerzahlen und deren Beurteilung zur Prozessqualität als Fragebogen dokumentierbar. Durch Veröffentlichung in den Medien und Werbung wird die Aufmerksamkeit auf angekündigte Veranstaltungen gelenkt.

Perspektiven

Mit dem Förderpreis kann das begonnene Projekt durch die ausgebildeten Senior-Technik-Botschafter umgesetzt und erweitert werden, ältere Menschen mit moderner Technik zur Gestaltung eines selbstbestimmten Lebens vertraut zu machen. Dabei wird besonderer Wert auf eine nachhaltige Gesundheitsbildung gelegt. Wenn es möglich wird einen Info-Bus einzusetzen kann der Kreis der Bevölkerung durch die mit qualitativ hochwertigem Wissen ausgebildeten Senior-Technik-Botschafter wesentlich erweitert und zugänglich gemacht werden.

Warum soll die Bewerbung ausgezeichnet werden?

Das Projekt ist einmalig und innovativ. Es fördert die Ziele des SilverStar Förderpreises auf allen Ebenen. Es werden umfangreiche Kenntnisse zum Diabetes-Problem von allen Seiten der Medizin und Technik vermittelt. Dazu gehören neben der Ernährungsberatung auch Kenntnisse über das Herz-Kreislaufsystem und das endokrinologische System sowie alle Auswirkungen auf das periphere Gefäßsystem. Thematisiert werden notwendige Verhaltensstrategien zur Prävention und therapeutische Maßnahmen. Gezeigt und selbst genutzt werden Geräte mit Hinweisen auf Entwicklungen in der Zukunft.

Wie soll das Preisgeld verwendet werden

Das Preisgeld soll zur Weiterführung des Projektes durch die ausgebildeten Senior-Technik-Botschafter verwendet werden. Es sind Veranstaltungen zur Weiterbildung und Information der Bevölkerung zu finanzieren. Das Törpiner Forum stellt ein Begegnungszentrum mit ständiger Geräte-Ausstellung mit Vortragsräumen zur Verfügung. Zur praktischen Erprobung muss die Zahl der anzuwendenden Geräte an die Größe der Teilnehmerkreise angepasst werden. Es ist die Anschaffung und Ausstattung eines Info-Busses geplant, der durch äußere Kennzeichnung auf das Projekt aufmerksam macht. Das Fahrzeug wird auf Messen und Großveranstaltungen präsent sein und soll damit weit über die Landesgrenzen hinaus Informationen weitertragen.

In Törpin wird zu Beginn des Jahres 2018 ein e-Bürgerbus des Törpiner Forums eingesetzt und eine Ladestation für die e-Mobilität vorhanden sein. Deshalb bietet es sich an, einen Info-Bus auch als e-Bus für das Projekt einzusetzen, um damit gleichzeitig die Werbung für diese neue Technologie voran zu treiben.

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