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Eröffnung der “Alten Schule”

10 März 2009

Vor rund zwei Jahren stand das Haus noch vor dem Zusammmenbruch, jetzt ist es ein von Grund auf rekonstruiertes Gemeindezentrum. Am Sonnabend wurde die „Alte Schule“ in Törpin neu eröffnet. Damit fand ein Vorhaben seinen offiziellen Abschluss, das manch einer zu Beginn mit Skepsis beobachtet hatte. Nicht nur wegen des ruinösen Gebäudezustandes, sondern auch weil der Ausbau zum Gemeindezentrum und Vereinshaus auf eine Privatinitiative zurückgeht. Professor Helmut Pratzel und seiner Frau Inge stand denn auch die Freude über das gelungene Vorhaben ins Gesicht geschrieben, als am Sonnabend der Posaunenchor der Kirchgemeinde Beggerow zur Einweihung Beethovens „Freude schöner Götterfunke“ anstimmte. Zahlreiche Vertreter des Landkreises und der umliegenden Gemeinden, Menschen aus dem Dorf, die Pastoren Else Fischer-Bernds und Ralf Ott, Mitglieder des Seniorenbeirates wie der Europaabgeordnete Alfred Gomolka hielten da ebenso ihren Begrüßungssekt in der Hand wie die Helfer und Ein-Euro-Jobber, die am Aufbau mitgewirkt hatten. Ihnen galt Helmut Pratzels besonderer Dank. „Es ist etwas entstanden, wo sich viele am Auf- und Ausbau Beteiligte wiederfinden“, sagte er. 1904 wurde das Haus gebaut und bis 1971 als Schule genutzt. Im Jahr 2007 kaufte Inge Pratzel das denkmalgeschützte Gebäude und stellte es dem Törpiner Forum zur Verfügung. Doch vor einer Nutzung musste das stark vom Schwamm befallene Haus vollständig entkernt werden. Die Rechnungen bezahlte die Familie Pratzel mit Mitteln des Sozialministeriums und des Leader-Programms, vor allem aber auch mit eigenem Geld. Jetzt beherbergt die „Alte Schule“, die mit einer modernen energetischen Ansprüchen genügenden Heizung ausgestattet ist, unter anderem einen Festsaal mit dezent apricotfarbenen Wänden und terrakotta-artigem Fußboden, Küche, Sanitäranlagen, dazu einen Computerraum, vier Internetarbeitsplätze, eine Bibliothek mit rund 10 000 Bänden. Mit deren Sortierung und Registrierung hatte Karina Braatz in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun. Doch bei der Eröffnung am Sonnabend freute sie sich vor allem über das gelungene Werk. „Das ist sehr schön geworden, wenn man das vorher gesehen hat. Nun wollen wir hoffen, dass es angenommen wird.“ Ein Anfang ist in dieser Hinsicht bereits gemacht. Das Projekt „Kurs über Land“ nutzte laut Helmut Pratzel die Räume schon, ebenso der Törpiner Singekreis, und es gab auch schon zwei private Geburtstagsfeiern. Das entspricht dem Anliegen der Bauherren. Das Törpiner Forum als „Verein innovativer Kräfte der Region“ wolle mit diesem Haus ein Beispiel für gesellschaftliches Engagement geben, sagte Helmut Pratzel. „Möge dieses Haus mit seinem alten Gemäuer uns mit Gottes Hilfe die gewünschte Geborgenheit vermitteln.“ Das hatte wohl auch Pastorin Else Fischer-Bernds im Sinn, als sie gemeinsam mit Pastor Ott das Zentrum einsegnete. „Törpin“, fand sie, „gewinnt durch dieses Haus enorm. Rein optisch natürlich und dadurch, dass das Haus wieder mit Leben erfüllt wird.“

Quelle: Nordkurier, Demminer Zeitung vom 09.03.2009

Autor: Georg Wagner, Nordkurier